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Monday, 24. november 2008 1 24 /11 /Nov. /2008 01:13

Inhalt : 

Über mich
Tagebuch hat fertig
Der Kuss (ein ganz kleines Gedicht)
Ach, wie gut
Zum Gedicht - Der Tag ist in die Nacht verliebt
Der Tag ist in die Nacht verliebt
Es lebt ein Herz
Herzen
Brief an Mirco S.
Sendeversuch
Wertvoll 

 

 

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Über mich

In all dem, was ich hier von heute an - so nach und nach zu lesen gebe, steckt ein Teil von mir, das lässt sich wohl auch kaum vermeiden. Man verrät sich ja doch - bewusst oder ungewollt. Ich tu´ es mit Bedacht und gern. Es wird der Aussage ÜBER MICH weitaus dienlicher sein, als persönliche Daten.

 

Sept. 2007

 

 

Diese Kurzbeschreibung meiner Person und des Inhalts meiner ersten Home-Page : AOL-Tagebuch – Michi ’s Gedanken – gedankliche Ein und Ausfälle  hatte ich damals dort in ein Feld links oben auf der Startseite gegeben - eine Art obligatorisches Pflichtfeld gewissermaßen, denn lässt man es offen, macht man sich wohl eher verdächtig als interessant. Schreibt man etwas hinein, stimmt einen die Gewissheit, dass niemand die Angaben überprüfen kann, auch nicht unbedingt restlos glücklich….

Wie auch immer man das, was dort hinein zu schreiben sich empfiehlt, auch nennen mag – ob nun Profil*, Portrait*, Personenbild*, Kennung*, Offenbarung*, Kurzbiographie*, Lebensinhalt*, Laufbahn*, Abriss*, Zeugnis*, Pass* oder Steckbrief *  (* jeweils ein Fragezeichen) - wollte man den Rahmen des kleinen Feldes nicht sprengen, um sich weitere Blog-Seiten zu ersparen, würde man gehalten sein, das Personenbild in gebotener Prägnanz vermöge persönlichen Credos zu erhellen. Wer sich also in der Lage sieht, die Charakterisierung seines Selbst in einem markigen Leitspruch zu verdichten – über eingemeindete Maximen, zu eigen erklärte Grundsätze, irgendein populäres Motto, einen gewinnenden Slogan gebietet, es zu unterzeichnen, der mag dies Feld beschriften. Wer das aber nicht möchte oder nicht muss, weil kein verinnerlichtes Dogma ihn drängt, es den Lesern mit missionarischem Eifer GLEICH HIER zu verordnen, der schreibt hinein: Ich schreibe nichts ! Lest euch auf meinen Blog–Seiten zu mir durch. Wenn ihr mich gefunden habt, verratet mir, wenn ihr es wisst und euch traut, wer ich bin. Vielleicht überrascht ihr mich ! Das wäre mal etwas !

Overblog stellt ein “vorgedrucktes“ Feld dieser Art nicht zur Verfügung. Lediglich eines, in dem NAME, KATEGORIE, BESCHREIBUNG zu vermerken sind. Wenn ich auch vor mir selbst so tat, als nähme ich es unbewegt und gelassen hin, so freute ich mich doch im Stillen darüber, denn hier brauchte ich niemanden weder neugierig machen auf das, noch warnen vor dem, was ihn auf den Blogseiten erwartet würde.

 

 M. Roschke 15. Mai 2010

 

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Mein freiwilliges Vorwort der Home-Page: Micha ’s  Gedanken – Gedichte und Texte  auf Overblog :

 

Hier erwarten Euch Gedichte verschiedenster Rubriken, also der gängigen, wie etwa Romantik, Humor und Satire, Nachdenkliches/Philosophisches, aber auch solche, bei denen die Zuordnung eventuell einige Schwierigkeiten bereiten wird. Sollte sich aber in euch der willkommene und erlösende Gedanke einschleichen und beliebt machen wollen, auf eine unbekannte und nicht nur deshalb etwas MERKwürdige  "Kategorie" gestoßen zu sein - im "wahrsten", wie auch im umgangssprachlichen Sinne des Wortes - so dürft ihr, finde ich, diese Liebe bedenkenlos erwidern.

Dann sind da auch noch einige Texte, die sich Gedichten - auf Verlangen oder unaufgefordert  - als Anmerkung, Vor -oder Nachwort in Dienst stellten und andere, die sich einer selbst erwählten Thematik zugewandt haben.

 

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TAGEBUCH HAT FERTIG

 

Dies war der letzter Eintrag aus meinem ehemaligen  AOL-Tagebuch-Blog.

Leider wurde der Dienst am 31. Oktober 2008 eingestellt und alles gelöscht. Ich bin gegenwärtig dabei, seinen zuvor "gesicherten" Inhalt in den OVER-BLOG zu übertragen. Hoffentlich klappt alles. Ich möchte an dieser Stelle meinen (hoffentlich nicht voreiligen) Dank sagen an

Over-Blog.com

 

 

 Donnerstag, 23. Oktober 2008

20.46 Uhr CEST
Stimmung frustriert
Ich höre gerade Von FELIX FLENNT und HUGO HEULT : "Nassgeweint sind trockne Tücher - AOL löscht Tagebücher"

Tagebuch hat fertig


Text siehe Liedtitel


 

Na gut, n' bisschen Text machen wa noch :

Lieber AOL-Blog-Inhalt :

Ich hoffe, dass mir mein Versuch, dich zu klonen, geglückt ist. Wenn ja, wirst du "eingefroren" und tau(ch)st dann vielleicht irgendwann, irgendwo wieder auf. An einer neuen Heimstatt, einem anderen Blog oder aber das Layout einer schönen Gedichte-Home-Page wird dir ein würdiges Gepräge verleihen.

In einer Woche musst du ausziehen. Du wirst hinausgeworfen. Eine Dependenz wurde dir nicht angeboten. Denn hier bei AOL kann man dich nicht mehr leiden. Du brachtest zu wenig ein, mit dir war nicht genügend Geld zu verdienen.

In MEMORIAL :

Der Name meines "verblichenen" Tagebuchs/Blogs, meiner Home-Page - war  übrigens:

 

 

"Blogs von roschke1259 - Michi's Gedanken

- gedankliche Ein-und Ausfälle -

 ruhe sanft.  +

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 Der Kuss  (ein ganz kleines Gedicht)

 

 

Aus freiem Herz, mein stiller Kuss

gilt Dank, den ich dir sagen muss !

Was noch in Worten angedacht -

hat er unsagbar schon vollbracht !

 

 

M. Roschke   Juli 2002

veröffentlicht im Forum "genial gedichtet" (inzw. gelöscht)

unter dem Pseudonym "Leachim Ekschor"

 

 

Anmerkung:

 

Auf Lobeshymnen hatte ich keineswegs gehofft, als ich dies kleine Verslein im Forum "Genial gedichtet" veröffentlichte. Selbst anerkennende Worte hätten mich wohl als "allzu gut gemeint" beschämt. Und das durchaus nicht bloß, weil es ein so kurzes Gedicht ist. Auch deshalb, weil ein bemühter Anspruch sich nicht a priori dem beschränkten Maße  ergeben darf. Denn es gibt ja Epigramme, deren prägnant präsentierter Sinn weit weniger Raum fordert, sich dem feingeistigen Leser zu offenbaren. Ein solches ist mein Gedicht nicht. Allerdings hat mich die betonte Geringschätzung, die es eigentlich ebenso wenig verdient hat, doch einigermaßen überrascht. Doch dazu später. Seine Entstehung verdankt es übrigens - unschwer zu erkennen - einer unverhofften Gefühlsregung, die um Ausdruck ringend - im Kusse aus Verlegenheit - sich vermittelt und bestätigt und besiegelt fand.

 

Nun zu den Kommentaren :

Ich hatte mir vorgenommen, beim Zitieren einiger Kommentare zu Beiträgen im Forum "Genial gedichtet" auf die Preisgabe von Namen, Aol- Namen und Dichterpseudonyme zu verzichten. Ich sähe es auch nicht gern, sollte meine Identität auf Seiten, die mir nicht bekannt sind Erwähnung finden. Ich werde mir hier eine Ausnahme genehmigen. Ein Kommentator, mit AOL- Namen "Wortgewandter" (leicht verändert) fühlte sich bei der Lektüre des Gedichts offensichtlich dermaßen in seinem Kunstverständnis beleidigt, dass er nicht umhin konnte, sich per zweitem AOL Namen die Ehre zu geben. Vom Wortgewandten gabs wortlos 3 Fragezeichen ! Unter dem 2. Namen ("Hunter") artikulierte er  differenzierter: Weniger als ein Stern geht leider nicht ! Das soll Poesie sein ?

Selbstverständlich erhielt das Gedicht von der "zweigeteilten" Person, sich hierin einig geworden, auch JEWEILS nur EINEN Stern (Mindestbewertung).

An dieser "Kritik" hatte ich dann lange und ausgiebig zu knabbern, hab sie auch irgendwann geschluckt, damit sie endlich verschwindet. Aber der Magen war mir ob solcher Kost sehr böse. Er ließ verlauten - (auf welche Weise - soll ich nicht verraten) - es wäre ihm ja schon so manche Kritik zum Verdauen gesandt worden, stets hätte er sie - seinen Pflichten gemäß - verdaut, ich möge ihm SO ETWAS jedoch zukünftig lieber vorenthalten. Ansonsten könne er nicht dafür bürgen, sich und mich vor der unangenehmen Bekanntschaft mit Geschwüren zu bewahren.

Da mein Gemütszustand offensichtlich beträchtlichen Einfluss auf sein Befinden nimmt, hatte ich daraufhin beschlossen, mich in bessere Laune zu versetzen. Deshalb aktivierte ich einen MEINER AOL- Namen ("Hark Fessler") und gab auf dem Kommentarblog folgendes Plädoyer ab :  =

 

Sicherlich kein Meisterwerk. Wollte es vielleicht auch gar nicht sein... Nun verliert das arme kleine Gedicht - in Puncto Originalität - auch noch nachträglich gegen die kuriose Posse eines WORTGEWANDTEN, vor dessen Sprachgewalt uns drei Fragezeichen schützen wollen.

 

Ein weitere Kommentar lautete so :  Gut, es kann sicher noch besser sein.("Abebo") Um es einmal deutlich zu sagen: Diesem Gedicht ließ sich gar kein Weg nach oben öffnen, - wollte man ihm - sein Niveau zu steigern - mit Emendierungen dienen. Genausowenig bedarf seine simple Aussage irgendeiner Anfechtung, die ihm nichts als Unrecht antäte. Und ich will mir auch nicht einreden lassen, dass es Interpretationen zulässt, zu denen ich Stellung zu nehmen hätte und die - ungewollt hervorgerufen - mich der dilettantischen Behandlung einer komplexer Thematik überführten. Ich habe dem Leser - und nun reut es mich beinahe - Einblick gewährt - in Empfindungen eines Augenblicks. Das sprachliche Vermögen, ihn sinngetreu ins Wort zu setzen, will ich mir nicht absprechen lassen. Andererseits habe ich wohl leider versäumt, mich den entstandenen Irritationen rechtzeitig in den Weg zu stellen. Aber vielleicht ist es mir auch jetzt noch möglich, sie zu beseitigen: Kein Meisterwerk will es sein,  kein Geniestreich des Geistes und nicht einmal ein Gedicht genannt werden, von denen, die es nicht mögen. Den übrigen will es "ein ganz kleines Gedichtsein, dass ihnen erzählt von einer Herzensregung und von seiner kleinen Geschichte: Von Zeiten - kurz nach seiner Entstehung - als man es mit Kanonen beschloss, die es nicht zu treffen vermochten.

Ich habe mir später per Kommentar (mit einem weiteren AOL-Namen) auf diesem Blog ein abschließendes Fazit erlaubt, denn irgendwie hatte die Collage aller Beiträge dieser Seite ein Gepräge gegeben, dessen Wirkung den Lesern sicherlich - mir jedenfalls - zu einigem Amüsement verhalf.  - ..." Man sollte hier 5 Sterne (Höchstpunktzahl) geben - nicht für das Gedicht (die voluminöse Ballade) - eher für diese ganze Seite. Nicht bös sein, Herr "Dichter". Der "Dialog" der Kommentatoren macht hier den Reiz aus ! Der Gegenkommentar des Hark Fessler, die ihm trefflich gebotene(n) Vorlage(n) durch Hunter und Wortgewandter und die bitterböse Süffisanz von Abebo konnten gefallen !"

Und nun hat dieses "arme kleine, unbedeutende "Gedicht" es fertiggebracht, all das Drumherum seiner fragwürdigen Existenz hier auf diesen Seiten noch einmal - hervorgehoben und ausgeschmückt - zur Anschauung zu bringen. Wer hätte ihm das zugetraut !  - Nun, allmählich, - finde ich - macht es aber doch - ein bisschen zu viel Gewese um sich ! - Drum weggepackt und Deckel drauf und --- ABGESCHLOSSEN !

 

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noch ein kleines :

 

Ach, wie gut...

 

Ach, wie sehr

lag Leid auf deinem Herzen

Oh, wie schwer

ertrug es seine Schmerzen.

 

       *****

Sprach ´s zum Mut

der es fand - zu stützen :

"Ach, wie gut -

am rechten Fleck zu sitzen !"

 

 

M. Roschke   30. 9. 2003

 

 

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Zum Gedicht - Der Tag ist in die Nacht verliebt


Mit den Resonanzen zum Gedicht "Der Tag ist in die Nacht verliebt" bin ich unterm Strich gut ausgekommen. Kleine Passagen, die mir aus heutiger Sicht selbst nicht gänzlich gelungen erscheinen, hat man mir bislang nicht unter die Nase gehalten. Kritiken - oder nennen wir sie Einwände, haben - wie das nicht selten der Fall ist - andere Dinge berührt. Ich wurde von mehr als einem Leser gefragt, was ich denn eigentlich gegen den Mond hätte, der stünde doch in unabdingbarem Schichtwechsel mit der Sonne, ohne ihn - nicht weniger als ohne sie - gäbe es GAR NICHTS, also auch keine Rosen und nicht den Menschen, der sich ihrer erfreut. Und beide lebten doch mitnichten in Gegnerschaft, schlössen sich ja nur scheinbar, nicht wirklich aus, da ja der eine, den anderen ins "Dunkel" setzend  nur für die ihm vorbehaltene Tageshälfte "verträte". Im Übrigen wüssten wir doch ohnehin seit längerem um die Gegenwart so vieler,sich unseres Blickes verstellender Dinge. Trotzdem stünde der Wortlaut des Titels nicht für das Gleichnis im Gedicht ein. Dies besänge und begnügte sich doch unverhohlen mit den evozierten Versinnbildlichungen, welche unsere Fantasie allein dem "Sichtbaren" verdanke. Denn - DER TAG IST IN DIE NACHT VERLIEBT - ? - Sonne (Tag) und Mond (Nacht) begegneten sich ja nicht - kein Liebes- oder Missverhältnis entstünde doch so je. Aber das alles hat mir ja SO niemand vorgehalten. Da hab´ ich mich jetzt wohl in eine Erklärungsnot hinein philosophiert, die es überhaupt nicht gibt. Oder, was sagt ihr dazu ? Meinem Freund Rolf, als "Dichter" mir mindestens ebenbürtig, im philosophischen weit überlegen, wird jedenfalls sehr viel zu widerlegen und ad absurdum zu führen vorfinden, sollte ich eines Tages den Mut aufbringen, ihn auf meinen Blog hinzuweisen. Als Dichter mag er überhaupt keine Mond und Sterne -Träumereien in Gedichten. Sagt er.

Nun ja, o.k.,- die Gestirne ! Einmal mehr waren sie hier einem Gedicht als Symbole dienlich. Ob ihnen das genehm ist, danach haben wir nie gefragt. Wahrscheinlich, weil sie uns gar keine Antwort geben würden und wenn doch, so könnte die den schönen Metaphern schaden, mit denen wir ihretwillen- Pardon - unsertwillen allzu gern jonglieren. Ihr uralten kosmischen Gewalten, die ihr euch um uns Eintagsfliegen nicht  kümmern müsst: Für uns seid ihr weit mehr ! Denn sind nicht die Gleichnisse, die wir ihnen seit jeher andichten - all die Verklärungen, zu denen wir uns hinreißen lassen, dem Bedürfnis der Seele geschuldet, sich hin und wieder an Mystizismen zu lehnen, Träumen zu folgen, phantastische Deutungen zu wagen, in denen tiefste Sehnsucht sich erklären, geheimster Wunsch sich erlauben lässt? Was Not tut, sie zu erfüllen, das werden wir wissen - wenn der Traum uns den Lohn malt, für den kein Preis zu hoch erscheint.  Und sind uns nicht deshalb all die Gedichte über Sonne und Mond, die Oden an ferne Sterne, Gesichte, die wir den Wolken schenken, nachzusehen ? Vielleicht sollten wir sie ja als wert und teuer erachten und uns das endlich eingestehen ! Doch, verzeiht, ich schweife vom Thema ab. - Fräulein Rose, Frau Sonnentag, Herr Mondnacht -

Der Tag folgt der Nacht, weil er ihre Kehrseite,- seine Kehrseite zu zeigen hat, wenn die Reihe an ihm ist. Die Nacht bleibt nicht auf dem Weg, den er nimmt, sie zu beenden. 

        Eine Leserin gab folgende Sichtweise preis: Eine Rose gehört sich nur selbst, die zwei wirklichen "Streiter" sind Mond und Sonne !  Na, ich hoffe, die Rosen wissen, dass sie sich selbst gehören. Wir Menschen sind natürlich auch nicht so blöd, und verraten den Rosen in unseren Gärten, wie sie ausgerechnet DORT hingelangt sind. Vielleicht würden sie dann ihren sprichwörtlichen Stolz verlieren.- Und die Sonne und der Mond streiten also DOCH miteinander ! Vielleicht auch ein bisschen um die Gunst der Rose !?......

Es folgen nun noch einige Auszüge aus einem E-Mail-Wechsel - bezüglich des Gedichts, zwischen meinem "Dichterkollegen" Rolf und mir, aus gemeinsamer Zeit beim AOL-Forum Genial gedichtet. Übrigens haben wir uns bisher noch nie zu Gesicht bekommen und wissen wenig voneinander, abgesehen von dem, was sich im Gedankenaustausch hinsichtlich unserer gemeinsame Passion mitgeteilt hat.

Vorab - Rolfs Kommentar zum Gedicht auf der Forum-Seite : Dein Gedicht hat viel Poesie und es liest sich gut - (liest sich gut - dieser Euphemismus kann ohne eine "Aber - Einschränkung" nicht auskommen !) - aber was hast du gegen den Mond ? Der scheint bei Nacht, zwar nur fahl, aber ohne wär´s ganz dunkel und die Sonne scheint bei Tag, wo´s sowieso hell ist.

Rolf - per E-Mail....soviel ich weiß, habe ich das Gedicht gut bewertet, weil es mir schon gut gefällt. Mein Kommentar, was die Sonne betrifft, bezieht sich eben auf den Titel (Die Sonne, der Tag, könnte ja somit auch in den Mond, die Nacht - verliebt sein). UND natürlich ist das nicht eine weise Ansicht, wenn der Mond, der sein Licht ja auch von der Sonne bezieht, als wichtiger eingestuft wird! (sollte ein Joke sein.)    ((24.1 2007))

Replik : ..... Also, nun zum Titel meines Gedichts, nennen wir ihn einmal ÜBERSCHRIFT. Ich hatte deinen Kommentar auf den allgemeinen Inhalt bezogen - betrachtet. Und da gäbe es Gegenargumente....     Da muss ich gleich etwas eingestehen : Das Gedicht war fertig und mir fiel kein passender Titel ein. Habe damit komischer Weise häufig Probleme. Und da hab´ ich ihn - zum ersten (und letzten) Mal geklaut. Es ist der Titel eines Romans, der den Lebenslauf Heinrich Heines beinhaltet. Schien mir passend, ich erlag der imposanten Wirkung, die er auf mich - und so hoffte ich - auch auf die Leser haben würde. Na, und nun hab´ ich den Salat ! - Selber schuld ! Jedenfalls ist er unzutreffend, oder sagen wir unglücklich genug gewählt, um verständliche Verirrungen/Verwirrungen zu schaffen. Ich lass´ ihn aber bestehen, als Mahnung ! Als Entschuldigung darf lediglich gelten, dass der Tag als Gleichnis für die Rose steht, die wir ja des Tags nur in ihrer Grazie so sehen und die sich selbst dergestalt wohl auch nur im "Sonnenlichte" wiederfindet. Schließen sich des Nachts die Blütenblätter ? - Menschenskind, weiß ich gar nicht genau ! Was bin ich für ein Stümper ! Jetzt werde ich gleich rosenrot !! Sag´s mir, wenn du´s besser weißt. Also mal so allgemein zu dem Gedicht. Keinesfalls übernimmt der Mond hier ausschließlich die Rolle des Dunkelmannes, des düsteren, des böswilligen Verführers. Er tut dahingehend ja auch nichts, nur das, was er immer macht und machen muss - mal mehr, mal weniger - uns sein fahles Licht zu zeigen. Und die Sonne tut es eben am Tag, mit wechselnder Intensität. Beide dienen doch eigentlich nur als Kontrapunkte, innerhalb derer die Rose steht. Sie ist es eigentlich nur, um die es geht, sie steht als Synonym für den Menschen, den Liebenden - hin und hergerissen zwischen der wohligen Wärme, der er manchmal überdrüssig wird, dem fordernden, alles zu Tage bringenden Licht, dem er hin und wieder fliehen möchte - hin zur Kühle, dem Unbestimmten, dem Geheimnisvollen ! Ich plädiere hier als Autor keineswegs dafür, aber ich weiß, dass der Mensch eben zeitweise in der Ambivalenz solcher Gefühle gefangen sitzt. So, in etwa wollt´ ich mich verstanden wissen.    ((24.1.2007))




Der Tag ist in die Nacht verliebt

 

 

 

Dass der Sonne Gold sie kose

während lauer Wind sie wiegt,

wünscht bei Tag sich meine Rose

- lacht dem Sturme, der sie biegt.

 

Bist von sorgsam' Hand gezüchtet

und dein Duft dankt meinem Müh ´n.

Doch vom Silberglanz belichtet

willst du nachts dem Monde blüh ´n.

 

**

Sag zur Rose, liebe Sonne

- so vom Mondenschein sie schwärmt:

"Überlass dich nicht der Wonne

kalten Lichts, das dich nicht wärmt.

 

Siehst du nicht am Schein, dem fahlen,

wie Herr Mond vor Neid erbleicht,

weiß er doch, dass meinem Strahlen

jede Wolke einmal weicht !"

 

**

Schwelgst du noch in deinem Sehnen

nach des kühlen Herrn der Nacht ?

Oder sind das nur die Tränen

die der Morgentau gemacht ?

 

Silber perlt auf jedem Blatte

Sonne tupft ihr Gold hinein.

Was Herr Mond zu bieten hatte,

weiß die Rose nur allein.

 

**

Manche Nacht ist mir im Herzen

so als schaut´ er bös´ mich an -

als missgönnte er die Schmerzen

die er nie empfinden kann.

 

All das Weh bleibt ihm benommen

- von der Dorne, die mich sticht.

Doch er wird auch nie bekommen -

solchen Liebreiz zu Gesicht !

 

 

M. Roschke  März 2006

 

 

veröffentlicht unter dem Pseudonym "Riesenharff" :

Genial Gedichtet AOL Aktiv (inzw. gelöscht)

und - Home Page - Tearsofdark - wingsofmysoul  http://www.wingsofmysoul.de/page199.html

veröffentlicht im Forum : poezio com   unter dem Pseudonym : SORBAS DOPP

 

 

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Es lebt ein Herz...

 

Es lebt ein Herz, das greint und klagt

weil´s immer noch zu hoffen wagt,

als tiefen Grund, warum es weint -

das Unglück nennt und Sehnsucht meint.

Von Trauer, Gram und Wehmut - spricht es

Erst wenn´s das Schweigen einlässt - bricht es !

 

 

M.R.  Januar 2004     

 veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP 

 

 

HHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH

 

Herzen



 

Gefühllos kalte Herzen

erhaschen nicht selten

das Glück der Welten

bar aller Schmerzen

 

Herzen, dem Bluten geweiht

springend, so warm

an Erfüllungen arm

zerschellen am Leid.

 

Oh Herr dort droben -

lässt du´s geschehen,

muss Liebe vergehen.

Kein Herz kann dich loben.

 

 

 

M. Roschke   23. 12. 1979  (  19.9. 2002)

 

 

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 Brief an Mirco S.

vom 7. Juni 2007 

 

So, nun folgt die versprochene (angedrohte) Epistel. Ob du sie hier so stehenlassen willst, möchte ich dir überlassen. - Gehört vielleicht bezüglich der Thematik und vom Ausmaß her nicht unbedingt an diese Stelle. Sei's drum und los geht's !

Man sagt ja,- du hast es selbst betont - es kommt nur weiter, wer sich der Kritik stellt - auch zur Selbstkritik fähig ist. Nun lässt sich mit letzterer meist leidlicher umgehen, nicht selten ist sie auch gewinnbringender - bewahrt uns jedoch deshalb nicht vor der Kritik von außen, und deren Wucht wissen auch unsere vorwegnehmenden "Eingeständnisse" dann nicht viel entgegenzusetzen - sofern sie sich überhaupt annähernd decken. Denn Kritik setzt oftmals dort an, wo wir sie gar nicht erwartet hatten.

Der Künstler - Dichter - insbesondere, sieht sich doch oft empfindlich getroffen, oder glaubt sich missverstanden - krittelt man an Wort-wahl und - wendungen oder Sprachschöpfungen herum, die er für seine trefflichsten hält. (Manchmal sind sie´s durchaus - haben nur "falsch" Platz genommen.) Da heißt es dann, gründlich mit sich zu Rate gehen, ob die Einwände zu berücksichtigen sind, einem weiterhelfen oder eher nicht. (Empfehlenswert ist´s, erst einmal drüber zu schlafen.) Es gibt natürlich ganz indiskutable FEHLER, einige davon haben sich auch nur durch Schusseligkeit eingeschlichen. Dann sind da Anmerkungen der Kritiker, über die nachzudenken sich empfiehlt. Im günstigsten Fall zeigt ein Hinweis auf Mängel oder "unglückliche " Wortwahl, angesichts derer man sich fragt: ´Warum ist mir das nicht selbst aufgefallen?´ Ein Tipp bietet mitunter in der Tat Lösungen für "Probleme", die sich auf Umwegen nicht umgehen ließen und deren Lösung auch die Flucht zu "Ungefährem" nur schlechte Dienste tat. Denn durch ein aus "Verlegenheit" gesetztes "Ersatzwort" gerät der angedachte Grundton einer Aussage oft leicht in eine "unbeabsichtigte" Färbung. Das wurmt einen dann, weil es einfach nicht gelingen will, beflissentlich "drüberweg" zu lesen. Spätestens jetzt sollten Kritiken, Anmerkungen, Bedenken,Vorschläge, unterbreitete Alternativen - nenn´ es wie du willst - willkommen sein. Wenn sich eine Kritik so allumfassend zeigt, dass nichts mehr an seinem "Platz" belassen wird, zwingt sich allerdings eine GRUNDSATZFRAGE auf.....Ist der Rezensent ein Arschloch, das sich bloß wichtigmachen will oder ist ernst zu nehmen, was er sagt. Schmerzlich wird es, wenn darin die unverkennbare Empfehlung mitschwingt, sich zukünftig anderer Talente zu widmen. - Na, das mal außer der Reihe. Trifft auf dich nun wahrlich nicht zu - nimm - bar jeder Scham - auch diese Blumen an ! Es kann aber auch sein, dass man Wort, Silbe und Satz ganz bewusst und gewollt so situiert hat, wie sie eben geschrieben stehen. Weil man etwas auf diese und keine andere Weise darstellen und betonen will, und ohne Selbstzweifel ihrer erwünschten Wirkung vertraut. ( Erfolgsgarantie gibt´s natürlich nicht). Dann sollte man so couragiert sein, zu sagen: ´Die Kritik ist o.k., leider habe ich momentan kein Gedicht parat, dem sie helfen könnte´. Natürlich kann man sich auch hier wieder - noch einmal darüber schlafen legen - schon um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, man wäre hochnäsig und unbelehrbar. Vielleicht aber bringt hernach das Erwachen die Erkenntnis zur Welt: -´ Das Mistvieh hatte doch recht´ ! Also alle Fragen bleiben offen - nur eines sollte einem klar sein : Ich habe etwas im Sinn und im Gemüt wohnen, etwas, was mir auf den Nägeln brennt - Gefühle zu denen ich mich bekennen und denen ich Ausdruck geben möchte. Und die gehören aufs Papier. Und von hier aus vielleicht gehen sie zu Herzen - dem einen oder anderen, weil er eigene Befindlichkeiten benannt und berührt findet. Allerdings sollte man sich auch nicht dem Wagnis sperren, zu exprimentieren, Eingebungen zu folgen, wie "unscharf" sich ihre Konturen zunächst auch abzeichnen mögen, jeder Idee die Chance gewähren, sich zu erproben. Letzteres hattest du selbst ja schon angedeutet.- Und warum nicht den Dingen einmal von ungewohnter Seite begegnen und auf den Pelz rücken, von einer Warte betrachten, aus deren Perspektive sich Sichtweisen eröffnen, die so vielversprechend und eins sind mit denen, die uns immerzu wohlfeil angeboten und dringlichst empfohlen werden.

Und dabei liegt es uns Dichtern ja dennoch fern, alles lückenlos "aufzuklären".  Wir wollen Fragen stellen. Das werden nicht immer die genehmsten sein. Und durchaus nicht jedesmal  die RICHTIGEN zur RECHTEN Zeit. Wir wollen zum ANTWORTSUCHEN einladen und weitersuchen - gemeinsam mit unseren Lesern. Wir werden es darin niemals allen Recht machen, - einem jeden gefallen und Gefallen tun können, nicht immer Applaus ernten. Solches steht zu bedenken - und - zu befürchten. Wir wollen schreiben und gelesen werden und natürlich bewundert und geliebt sein ! Von denen, die uns verstehen (können). Und sei es auch nur eine Hand voll Herzen, zu denen wir mit Worten Zugang finden. Besäßen wir nicht den Stolz, danach zu streben, nicht die Eitelkeit, uns darin zu gefallen - wir sollten mit dem Dichten aufhören. Der Leser wird schon darauf Acht haben, dass wir nicht allzu überheblich werden. Darauf ist eigentlich immer Verlass.

Warum mein Kommentar so ausladend --- WURDE ? Weiß ich auch nicht so recht. Hier sind wohl unvermittelt ein paar Dämme gebrochen im Stau, unter dem ich litt - irgendwas hat Breschen geschlagen - in die Schreibblockade, unter der ich litt. Als Kommentar zu umfangreich - ohne bislang das Thema (Gedicht) auch nur berührt zu haben - als "Abhandlung"(worüber eigentlich ? - Kritik im Allgemeinen?) zu oberflächlich. Und sollten sich meine gedanklichen Ausschweifungen als eine Art VORWORT zu deinem Gedichte Forum verstehen wollen, so müsste ich daran erinnert werden, es ohne Befugnis offeriert zu haben. Also, nun habe ich mit dem "Dammbruch" ein bislang brach liegendes Land (bezüglich der Resonanzen) GE - doch hoffentlich nicht ÜBERflutet, niemanden verschreckt, der demnächst vielleicht hinein lugt. Wäre schön, wenn hier bald ein paar Blümelein wachsen würden - ich hab ja schon mal gegossen - auf die Saat, die du gelegt hast und der ich ein Körnchen beigefügt zu haben hoffe. Werde mich gern nach "Publikum" umschauen, allerdings nicht ohne dein ausdrückliches Einverständnis.

Hatte vorige Woche bereits eine "Rezension" deines Gedichtes vorgenommen. Doch musste ich sie verwerfen. Was ich als kritikwürdig befand, stellte sich mir nach erneuter Durchsicht nicht mehr als solches dar - andere Dinge wiederum hatte ich übersehen. So muss ich neu Anlauf nehmen und darf dich für heute verschonen. Mir allerdings habe ich zu attestieren, einer von den Kritikern zu sein, die ihr Handwerk noch zu lernen haben. (Vielleicht ganz ungeeignet sind). Es ist nicht auszuschließen, dass ich eines der A..löcher bin, von denen ich eingangs sprach.

So, danke für deine Geduld, das mit dem "Gedicht-Kommentar" probier' ich noch mal. Darüber hinaus wirst du eine solange Litanei von mir nicht mehr zu befürchten haben. Versprochen.

 

MICHA

 

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Der folgende, sich einer Notlage verdankende Blödsinn ist einst entstanden, als ich mit den Funktionen des AOL-Blog's so wenig vertraut war, wie jetzt mit denen des OVER BLOG. Mal sehen, was euch demnächst blüht, wenn ich hier t e s t e.....

 

 Sendeversuch

 

Ich bin ein einsamer Hagestolz - drum schick ich mir Telegramme - Ich bin ein Baum von morschem Holz - der Saft ist längst aus dem Stamme - Doch immer, wenn dann Post von mir kommt - worin ich mir wünsch: Alles Liebe ! - dann reck und streck ich mich und prompt - wachsen mir junge Triebe !

 

..............................................................................................................................

 

Vergebt mir bitte den spontanen Kalauer ! Ich wollte ausprobieren, ob das mit dem Telegrammschicken an das eigene Tagebuch funktioniert. Einfach nur "Test" war mir zu dumm - und dann ist mir etwas NOCH blöderes eingefallen.

 

 

M.R. Sept. 2007

 

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Wertvoll



 

Wie wertvoll ist Zeit, in der's niemanden gibt

der vorschreibt, was ich zu tun hab !

Dem Hinweis gefolgt, hab' ich viel schon versiebt -

von dringlichem, das es zu tun gab !

 

 

M. Roschke   22./23. Mai 2002 / 2. Januar  2008



 
von Michael Roschke
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Wednesday, 26. november 2008 3 26 /11 /Nov. /2008 01:47

INHALT :

 

Dritte Wahl
In einem güld'nen Buch
Das kleine Gedicht

N' Stern bitte

Stinkgedicht 

Junge Liebe - Altes Leid

Als wir noch

Los der Dichter

Sapphische Strophe (Stilübung)

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Dritte Wahl

 

Dieses Gedicht habe ich im und vielleicht auch fürs Forum "Genial gedichtet" ausgestellt. Dass weiß ich gar nicht mehr so genau, womöglich habe ich es damals auch nicht gewusst. Welchem Anlass verdankt es sein Entstehen ? Darauf möcht' ich mich auch nicht mehr besinnen. Eingedenk wage Vermutung, will ich auch nur leiseste Zweifel hegen, ob dieses Machwerk die Interpretationen, mit denen es beehrt wurde - vor allem so vielfältige - verdient hat. Denn, sie alle hervorzurufen, ist ihm jedenfalls gelungen, schon deshalb möchte der Autor sich gegen keine von ihnen stellen. Nun habe ich noch einmal versucht, anhand der Kommentare herauszufinden, was ich mit dem "Gedicht" damals zum Ausdruck bringen wollte, welche Kernaussage in ihm schlummert. Ich weiß es noch immer nicht......

 

..... Jetzt geht mir ein Licht auf ! Menschenskind, man braucht es ja nur LESEN. Es ist ja kein Gedicht - durch dichterische Stilmittel verschlüsselt - es hat eine unzweideutige Aussage.

 

 

 

- Ich bemüh' mich, zu dichten

es gelingt mir - mitnichten !



 

Dritte Wahl



 

Ich schreib' Gedichte Euch, da habt ihr was zu lesen.

Die sind mehr schlecht als recht, doch ist mir das egal !

Es ist kein einziges bisher dabei gewesen,

das je hinausgereicht hat über dritte Wahl !


 

Oft sind Ideen da, doch woll'n sie nicht recht passen -

Wo ich sie reingesteckt, gehör'n sie so nicht hin.

Ich muss mir eingesteh'n, dort kann ich sie nicht lassen.

Und lass' sie trotzdem steh'n, weil ich ein Ochse bin.


 

Wohl gibt es viele Worte, die sich stimmig fügen

und gar nicht wenig kenn 'ich, die sich reimen tun.

Doch schaff' ich's abermals nicht, sie zurechtzubiegen.

Na, ja das Rindvieh fängt auch wieder an, zu muh'n !

 

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Anbei bedanke ich mich bei meinem besten Freund Uwe Metzger für den Hinweis, besser nicht zweimal Rindvieh zu schreiben, sondern einmal Ochse, denn ein solcher sei ich ja mittlerweile verdientermaßen namentlich. Na, Uwe, möglicherweise gereicht dein Ratschlag, den ich ernst-und angenommen habe, dem Gedicht zum Aufstieg in die 2. Wahl !

 

M. Roschke   2.8.  2007

einst veröffentlicht im Forum "Genial gedichtet" unter dem Pseudonym "Riesenharff". und im POEZIO COM unter :SORBAS DOPP

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In einem güld'nen Buch 

 

 

In einem güld'nen Buch mit wertbeständ‘gen Seiten

das nur Gedichte fasst, die die Genies versteh‘n,

gehört' auch ICH hinein, doch möchten dies bestreiten

all die Lektoren, die das gänzlich anders seh‘n !

 

Doch wenn ich Reime schmiede, sind das äußerst feine:

Von meinen Zartgefühl sensibel ziseliert.

Das Buch erscheint demnächst, drin steh ich ganz alleine -

dass sich kein zweiter Autor neben mir blamiert !

 

Es kommt zum Krämerladen in der Taugnicht-Straße

und wessen Blick es treffen wird, den trifft der Schlag:

Weil auf das Cover (sinngemäß) ich drucken lasse,

dass, wer's nicht kaufen will, am Arsch mich lecken mag !

 

 

 

M. Roschke  28.Juni 2009


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Das Kleine Gedicht

 

Dieses Gedicht bezieht sich auf das Forum "Genial gedichtet" (AOL Aktiv). in welchem auch ich gelegentlich meine geistigen Ergüsse gereimter Form ausstelle und Kommentare zu den Exponaten anderer Dichter abgebe. Jeder neu veröffentlichte Beitrag setzt den vorangegangenen um eine Position zurück. Auf jeder "Seite" haben je sechs Gedichte  Platz. (d.h. in Aufführung des Titels und Autorennamens). Auf der "ersten" - der Startseite stehen ergo die Neuerscheinungen. Sämtliche Beiträge können von der begutachtenden Leserschaft mit 1 bis 5 Sternen bewertet werden. Bewertungsmodus - siehe Anmerkung zu : "N' STERN BITTE !". Die aus der "Sternvergabe" resultierende Rangfolge wird auf der Forum-Startseite als TOP-TEN ausgestellt. Da fortlaufend votiert wird, erfährt diese Rangfolge stete Veränderung. Autoren, deren Beiträge mannigfach Sterne pro Stimme sammeln konnten, (oder aber die Höhe ihres "Guthabens "durch Zugriff auf Sterne "fremder Galaxien "erwünschtem "Soll" anglichen) - dürfen ihrer Werke auf dieser "Bestenliste" ansichtig bleiben - lange über den Zeitpunkt hinaus, zu dem sie als Neuerscheinung  unterhalb der TOP-TEN-Anzeige nebst ihrem Namen oder Pseudonym durch die Verschiebung von "sichtbarer" Startseite 1 auf die folgenden, nur durch "Blättern" aufzurufenden Seiten verwiesen wurden. Na, habt ihr das hier verstanden ? Nee ? Macht euch nichts draus. Ich auch nicht ! Ich weiß zwar, wie ich's meine. Aber wenn ich lese, wie ich es erklärt hab', fang' ich auch daran zu zweifeln an.  Smile

 

Dieses Gedicht ist all den Dichtern gewidmet, die ihre Werke unterschiedlichster Gattung der Lyrik im Forum "Genial gedichtet" präsentieren, sich dem Urteil und somit auch der Kritik der Öffentlichkeit stellen. Gewidmet all denen, die sich nicht scheuen, uns Einblick ins Innere ihres Wesens zu gewähren und ungeachtet fehlgedeuteter Intension, Entgegenhaltungen zu offenbarten Sichtweisen oder der Kritik an künstlerischer Gestaltung, mit der zu rechnen ist - uns mit immer neuen Gedichten - Aphorismen, Humoresken, Balladen, Elegien, Limericks, Stehgreifversen oder Statements in "ungebundener" Form beschenken - dargereicht der konstruktiven wie der unsachlichen Kritik - der Bewunderung, dem erläuterten Lob wie den unkommentierten Hurras.

 

 

Das kleine Gedicht



 

Es steht ein kleines Gedicht hier,

das hab' ich für DICH geschrieben.

Es war auf der ersten Seite !

Da ist es nicht lange geblieben.

 

Ich sah's nicht und hab' mir vor Schreck

und Unmut das Haar gezaust !

Dann fand ich's auf Seite drei -

Hier wartet's, ob DU nach ihm schaust.

 

Ich ahne schon, später fällt's weiter -

ich freue mich niemals zu früh !

Im Reimen und Dichten, da bin ich -

verzeih' mir - wohl kein Genie.

 

Ich habe bei manch einer Zeile

vor Zorn auf mich beinah geweint :

Kein Wort konnte imponieren.

Sind alle bloß ehrlich gemeint.

 

Ach wenn du's doch jeden Tag suchtest

und fändest, wie wäre ich froh !

Es spricht über meine Gefühle

und das ich dich lieb hab' und so.


                       
 *****


Da, schau nur, jetzt hat es fünf Sterne !

Empfangen von Unbekannt.

Jemand hat es wohl gerne.

Vielleicht ist er seelenverwandt.

 

Und doch wird es weiterhin wandern -

vergangene Seiten bereisen

und Freundschaften knüpfen mit andern

lyrischen Liebesbeweisen !

 

Ja, irgendwann wird es gelöscht sein.

Das Internet spart mit dem Platz !

Dann geb' ich es eben noch mal ein.

Mit noch viel mehr Liebe, mein Schatz !



 

M. Roschke   8./9. August  2007   ehemals veröffentlicht im Forum "Genial gedichtet" unter dem Pseudonym "Riesenharff" und im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP  

 

 

Kommentar : (Rolf)

Da hast du eine schöne Hommage an die mutigen Dichter im Forum geschrieben. Dieses kleine Gedicht ist aber auch - ob beabsichtigt oder nicht - ein Hinweis darauf, dass noch viele Gedichte in den hinteren Reihen auf Leser warten, um sie zu erfreuen oder mitfühlen zu lassen. Es lohnt sich, finde ich, auch mal im Archiv zu stöbern. Ich finde da jede Menge toller Werke, die ihre Qualität jenseits von Rangliste und Sospicious Stars mitteilen wollen. Ich sehe aber auch in deinem Gedicht - Herr Riesenharff - eine Trauer darüber, dass ehrlich gemeinte Worte nicht immer imponieren. Tja, ich bin in meimem vorigen Leben bei einem Sängerwettbewerb nicht angekommen, obwohl ich mein ganzes Herzblut in den Text einbrachte. Ich hätte genuschelt, sagte die Jury. Aber der letzte Satz deines Gedichtes ist geklaut ! Das habe ich damals schon gesungen ! Aber irgendwie genial ist er schon. Würde sonst ja kaum immer wieder Verwendung finden. Wie willst du, bitteschön aber diese Worte mit NOCH mehr Liebe toppen ?"

 

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N' Stern bitte !

 

zu : N' Stern bitte

 

Diese kleine "Posse", in Berliner Mundart verfasst, entstand, als ich mit dem Forum "Genial gedichtet" (AOL-Aktiv) längs fertig hatte.Die Gründe für diesen "Bruch" möchte ich für mich behalten. Fraglich ist, ob mir das gelingt. Einige Hinweise in Vorworten und Anmerkungen zu einigen Einträgen hier auf meiner Seite, sowie der eine oder andere Vers selbst, lassen bereits ahnen, dass dieses "Geheimnis" seiner gänzlichen Preisgabe entgegensehen muss. Denn ich habe ja erst kürzlich begonnen, diesem "Tagebuch" all das anzuvertrauen, was rings um's "Gedichte-versuchen-zu schreiben" meine Gedanken bewegt.

September 2007

 

Das, was da oben steht, ist doch recht albern. Ich ärgere mich heute darüber, wenn ich es lese. Und lass' es stehen, denn ich glaube, ich habe diesen Ärger auch verdient !  (habe das in einer Kartei samt "Vorwort" gespeicherte Gedicht heute komplett übertragen).

 

Wat da steht,is reichlich Käse -- und dat steicht nu inne Neese -- und et beißt,biss det ick weene -- denn de Neese, det is meene !

 

8. Januar 2008

 

Als weit weniger überflüssig und darüber hinaus unerlässlich, möchte ich folgende Anmerkung befinden, liefert sie doch Hintergründe, vor welchen sich der ulkige Kern der Posse erkenntlicher darstellt.

 

Die Bewertung eines im Forum ausgestellten Beitrags erfolgt durch 1-5 "Sterne", die je nach Gefallen vergeben werden. Aus dem Durchschnittswert erhaltener Sterne geteilt durch die abgegebenen Stimmen ergibt sich die TOP-TEN-Liste, welche die "besten" Gedichte aufführt.
Man kommt als Autor unter Umständen besser weg, bei Stimmenenthaltungen, denn 1 Stern ist hier durchaus nicht : besser, als gar nichts, sondern schlimmer, als alles andere. Der zieht aber auch sowas von - den Durchschnitt herunter, - kann ich euch sagen....

 

N' Stern bitte !

(bin Sternesammler)

 

 

 

Habe grad' wat uffjeschrieben,

wat wohl keenem nich jefällt.

Trotzdem is et steh'n jeblieben

und ick hab's hier ausjestellt.

 

Und nu wollt' ihr sicha lesen,

wat ick anjekündicht hab'.

Doch det is et schon jewesen,

weil et nüscht zu sagen jab' !

 

Trotzdem hätte ick janz jerne,

dat ihr nich doll schümpfen tut

und mir eenen vonne Sterne

jönnen würdet, det wär' jut !

 

Wollt ihr mir och DEN nich jeben,

- wär' n' Trostpreis immahin -

na, denn könnta wat erleben !

Stell' ick noch 'ne Strophe rin !

 

 

 

M. Roschke  18. 9. 2007 

einst veröffentlicht im Forum "Genial gedichtet" unter dem Pseudonym : "Katzengold" und im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP    

 

Ich möchte hier doch einmal die Kommentare aufführen, derer sich mein Beitrag im Forum erfreuen durfte. EINEN Nick-Namen zu nennen (ohne die hintanstehenden Ziffern) will ich mir nicht nehmen lassen, auch wenn dies meinem Vorsatz zuwiderläuft, keine Identitäten preiszugeben. Dass ich gegen ihn verstieß - daran sind der Kommentar dieses Users, der Wortlaut seines Namens, und nicht zuletzt die Wortspiele, welche er begünstigt hat - wohl nicht ganz unschuldig.

 

Kommentar 1  "Wiewowas"

< fällt mir nur ein Wort zu ein "Mist"<

Kommentar  2

< Hey, verdient aber mehr als nur einen Stern. Perfekt, nochbesser der prickelnde Humoreffekt. Super...ich lach mich weg, mein Bauch tut schon weh ... Klasse ! Jemanden zum Lachen zu bringen, ist mehr wert, als jedes unbedeutsame materielle Geschenk.<

Kommentar 3

Der Berlina saacht - Danke, ick hab mir beölt. Küßken. <

Kommentar 4

....es muss nicht immer Herz-Schmerz sein, auch so ein Gedicht finde ich fein ! Drum geb' ich dir 5 Sterne und tu das sogar gerne ! Und meint jemand, dein Gedicht sei "Mist", so weiß er nicht, was witzig ist ! Humor ist, wenn man herzhaft lacht und sich nicht selbst zum Griesgram macht !

Kommentar 5

Tja, der Deutsche hat es wohl nicht mehr allzusehr mit Humor. Man sieht ja schon viele mit halbgeschlossenen Augenlidern herumlaufen... Wer...Wo...Was...? Ja, die sind richtig zum brüllen. Üba die könnt ick mir ooch beöln. Schreib mal noch so etwas für diese oder jene.

Mein Kommentar

 

Also, ganz ehrlich gesagt - EIGENTLICH hab' ich nur mit Resonanzen wie der von "Wie,was,wo ist mein Humor" gerechnet. Mir war alles wurscht, nachdem ich meine Beiträge Ende August hier alle gelöscht hatte. Dass ich (mindestens) 3 Menschen zum Lachen bringen konnte, hat mich erstaunt, aber dann doch auch gefreut ! Ich hatte vor, etwas zu diesem Beitrag zu sagen, aber ich sehe ........... (Kommentar 4) hat mir diese Worte erspart. Und auch noch in Verse gesetzt ! Welcher Couleur  sich ein "gereimter Beitrag" auch angehörig dünkt - Romantik, Gesellschaftskritik, Satire, Humor oder anderer Themen - wenn er der Leser Interesse weckt, zum Nachdenken, Diskutieren, Philosophieren einlädt, oder sie einfach zum Weinen oder Lachen bringen kann - weiß der Autor, wofür er zu danken hat !

 

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Stinkgedicht

 

 

Veröffentlicht im Forum POEZIO COM, in welchem die ausgestellten Beiträge von Lesern mit PUNKTEN bewertet werden.

 

 

Ich hab zwei Käsefüß' im Schuh.

Jetzt hab ich Käseschuhe.

Es steh'n getrag'ne Socken viel

in meiner Wäschetruhe.

 

Das ist ein echtes "Stinkgedicht".

Ihr ekelt euch wahrscheinlich.

Ich glaub, mit mir da stimmt was nicht -

es ist mir gar nicht peinlich.

 

Doch als ich schrieb vom Röslein fein

und wie man es zerstampfte,

als ihr mir gabt kein Pünktelein -

wie sich mein Herz verkrampfte !

 

Nun wird Kritik, die wohl verdient,

mein Dichterstolz ertragen.

Das Röslein doch blüht wieder auf

und nie mehr muss es klagen !

 

Es schaut nicht in die Wäschetruh'.

Ich tret's auch nicht mit Füßen.

Jetzt zieh ich meine Socken aus

und gehe es begrüßen.

 

Das Gedicht ist ziemlich mies.

Ich könnt' euch bess're schreiben.

Doch wird euch im Gedächtnis dies

weit länger haften bleiben !

 

 

M. Roschke  12. Juni 2008

veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP

  
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Junge Liebe - altes Leid

(Vorwort)

 

 

Ich hatte die ersten Strophen ursprünglich so konfiguriert, dass sich jeder der" Junge Liebe" -Verse auf der linken Seite des Blattes - einem darauf Antwort gebenden gegenüber sah, welcher auf der rechten Seite über "Altes Leid" räsonierte. Das ist hier nicht möglich, das Blog verfügt ja nicht über die Ausmaße eines "Breitwandfilms". Deshalb stehen die Strophen der jeweiligen "Gruppe" versetzt. Beim Vorlesen konnte ich jedes Mal ansagen : ALTES LEID - RECHTE SEITE - JUNGES LEID..... - hier steht es fettgedruckt am Kopf. 

Man könnte hier ja leichtsinnig dem ersten Eindruck vertrauend - feststellen : LINKS SIEHT'S WIE 'NE ODE AUS -- RECHTS WIRD 'NE ELEGIE DRAUS ! Na, zumindest Elegien, sollten wesentlich anders anmuten !

Während das "Alte Leid" auf der rechte Seite mit dem Schicksal hadert, in dessen Verlauf Wünsche unerfüllt blieben, man Hoffnungen zu Grabe trug - weiß sein Gegenüber - "Die junge Liebe" ihm nicht genug zu danken. Gebettet im entfachten Licht, in ihm schwelgend, von seinen Strahlen umflossen und endlich sanft geblendeten Auges holden Träumen empfohlen, erfindet sich ihrem inneren Blick ein betörendes Panorama - sonnenüberflutet - Sinne liebkosend - Ahnungen fördernd. Der Horizont sehnsuchtsvoller Erwartung - silberstreifenumflort, lockt und flieht und winkt und lädt ihn zu fangen ein. Im Überschwang der Gefühle ringt die junge Liebe um Worte, die es vermöchten, erfahrenes Glück zu beschreiben. Der Worte für Ängste um sie, Zweifel an ihr, für Fragen um ihre Zukunft bedarf sie nicht. Dessen glaubt sie sich sicher. Denn die Gegenwart, mit all der gipfelstürmenden Sinnlichkeit angefüllt und beseelt, will erlebt, will genossen werden und keinen Raum dafür lassen. Anfechtungen sehen sich ungenannt - namenlos gemacht - entrechtet und außerstande, dies Heiligtum zu entweihen. Hier nimmt das junge Glück sich um seiner selbst willen in die Pflicht. Einlass verwehrt wird jedem Gedanken, der ihm nicht huldigt. Und fände ein solcher Zutritt, in Sinnesfest an Sinnesfest knüpfenden Momenten traumwandelnder Ohnmacht, Augenblicken seliger Ermattung - müsste er nicht in den Ruch des Verrats geraten ? Wäre nicht sein flüchtigster Hauch schon befähigt, Zweifel zu säen ? Und wenn man ihn gänzlich walten ließe, schwänge er sich nicht zum Mahner der Gefährdung und Vergänglichkeit auf? Müsste man in einem solchem Gedanken nicht den Propheten des Untergangs sehen? Darum wird er gebannt durch Zärtlichkeit, die nimmermüde Wacht hält. Und obgleich es nur des einen, des ersten Kusses bedurfte, die Unendlichkeit zu wahren und zu besiegeln, treibt sie süße Verschwendung, die junge Liebe, denn noch und noch, folgen - aus unermesslichen Quellen geschöpft, zu jubelnden, bejahenden Gesten erkoren, dem einen - die tausend Küsse der Bekräftigung im Übermute des Reichtums. Zelebriert, sich dieser Liebe zu vergegenwärtigen und ihr Vermächtnis, dessen sie ob ihrer postulierten Unsterblichkeit nicht bedarf - vorzuverlegen,  immer und immer aufs neu - ins Reich ihrer Werdung - ins ewige Heute. All das, was der "Außenwelt" als Luftschloss anmuten mag und sie um dessen Einsturz, oder Verflüchtigung fürchten lässt, ob des geheiligten Größenwahns, dem es sich verdankt, der Selbstverherrlichung, die es sich gestattet, der Phantasmen, die es um sich geschart und des Himmelreichs, den es seine Heimat wähnt - all das wird es niemals gegeben haben, sollte es zerrinnen müssen. Doch solange es währt, duldet es nichts, was seine Wahrhaftigkeit in Zweifel zieht, nicht den Gran eines Bedenkens. Das Glück der jungen Liebe ist eine Monade - unteilbar, ganz, einzig, absolut, es weiß um nichts, als um sich selbst - dem Glück zweier Herzen - im Hochgefühl einvernehmlichen Schlagens. 

Ich werde nun einmal den lyrischen Duktus - bevor sich ihrem "Gegenüber", der betagten Liebe zuzuwenden ist - auf folgenden Zeilen verlassen: Natürlich möchte ich die betrüblichen Erfahrungen, welche hier dem "Alten Leid" unterstellt sind, die es so untröstlich gemacht, jene bitteren Bekenntnisse gefördert und fatalem Resümee in die Arme getrieben, nicht zu solchen erklären, denen jede Beziehung unaufhaltsam zustrebt. Eine um sich selbst bemühte Liebe wird Wege erkennen und beschreiten, welche in so trostlose Gegend nicht führen. 

Doch nun zu unserer "rechten Seite".

Diesem Glücks der Zweisamkeit, haben sich ernüchternde Erkenntnisse genähert und aufgezwungen. Deshalb wussten sich der RECHTEN SEITE mittlerweile Worte ungleich profanerer Natur zur Wahl zu stellen, mit denen der Süßigkeit des Gegenüber zu begegnen wäre. Und sie bedient sich ihrer, reiht sie zu überzeichneter Darstellung genüsslich aneinander, auf dass sie sich, bis hin zu bitterem Sarkasmus vereinen. Sie übertreibt darin, will es maßlos tun, dem Drängen des Herzens nachgeben, ihm endlich die Sehnsüchte zu erlassen, die es noch immer narren möchten. Mit allem, worin sie zu weit geht, setzt sie sich über die Grenzen hinweg, an welche gebotene Pietät und Dezenz, ja die Verschwiegenheit vor sich selbst, ob der eigenen Verletzlichkeit gemahnen. Vielleicht aber ist es ihr insgeheim darum zu tun, die begnügte Würde ohrfeigend an ihre höheren Rechte zu gemahnen, damit sie zum Aufbegehren gereizt, sich rebellierend dagegenstemmt und befestigt. Denn die alte Liebe erinnert uneingestanden all das während der Jahre Gebliebene, das Bewahrte, sich als unumstößlich erwiesene, ohne es zu erwähnen, vergewissert sich des Fundamentes, welches die Jugend gegossen, worauf man zu trauen und zu stehen gelernt, in dem sie provozierend daran rüttelt. Das bissig-ironische Begutachten des Status Quo birgt eine chiffrierte Hommage an die gute alte Zeit, doch man entschlüsselt sie nicht und keiner der Reminiszenzen, die ans Bewusstsein pochen, mag der Spott die Türe öffnen. Und hat es längst getan. Denn diese Selbstironie ist nichts anderes, als ein offenes Bekenntnis: Dass sie sich nämlich nicht als altehrwürdig in die Unantastbarkeit entlassen, sich nicht unberührt, ungefragt und unwiederbringlich dem allmählichen Vergehen anheim geben möchte. Es spricht von unauflöslicher Hoffnung, an der sie im Geheimen festhält, ohne von ihr wissen zu wollen. Doch fährt sie fort, sich weiß zu machen, woran sich nicht ernsthaft glauben lässt: Dass sie im Wandel, den sie durchlebt, ihres Wesens vertraute Züge verlor und nicht wiedererkennt. Dennoch fällt jeder Vergleich, den die alte Liebe zur jungen Liebe zieht, zu ihren Ungunsten aus. Was nicht Wunder nimmt, bei all der Mühe, die sie sich macht, als groteskes Zerrbild ihres Gegenüber zu erscheinen. Was sich das bejahrte Miteinander da wohl als heilsame Katharsis verabreicht, tritt vor den Leser hin und zu dessen Amüsement auf. Eine Vorstellung wird gegeben, die wie eine derbe Burleske daherkommt und ihn auf die Schenkel klopfen lässt, ob der Obszönitäten, mit denen sie sich schamlos staffiert. Mit einer sich unfreiwillig gebenden Komik persifliert die in Pension entlassene Leidenschaft  hemmungslos ihren gelegentlichen, ungelenken Wiederauftritt, halbherzig aus der Reserve gelockt, in die sie sukzessive gegeben ward.  Es ist ein Auftritt vor dem Hintergrund diensttreuer, haushaltender Gemeinschaft. Eine ernüchternde Alltagsstudie des "Heute" wirft sich samt ihrer Fadheit in Positur und kontrastiert zur euphorischen Jugendliebe mit allem Nachdruck und in einem Maße, welches der Erinnerung das himmelsstürmende "Damals" bis zur Unkenntlichkeit verklären hilft.

Und doch will es ihr nicht gelingen, sich vor dem Wissen um das, was einstmals geschah und im Herzen Platz genommen, zu verschließen. Ein Bild ward darinnen gemalt, auf dem sie geworden, gewachsen, gelacht und geweint. Und mühte auch die Zeit sich im Verblassen seiner Farben zu erinnern und Vergänglichkeit mahnend, wichtig zu nehmen - dem flüchtigen Blick zum Bilde, der sich unbedacht dünkt, obgleich er sich doch befohlen weiß, Ausschau zu halten - dem verstohlen-forschenden, verschämt-wehmütigen Blick bietet es sich noch immer dar - von jenem betörend-lieblichen Lichte umstrahlt, dem es seine Farben anvertraute, sie umfließend und belebend ihm auf ewig zu bewahren. 

Und dennoch ist ja nichts mehr so, wie damals. Warum ? Ist die Liebe zerronnen ? Nun, sie hat sich als teilbar erwiesen - und zwar ins Sie und Er und muss sich ineinanderfügend stets aufs Neue finden. Befindlichkeiten sind zu Tage getreten, deren Vermittlung sich wechselseitig bedingt. Man hat sich ins Einvernehmen setzen gelernt, spätestens, seit die Liebe ihre Gefährdung erfahren hat. Unter den Blessuren, die man sich im Laufe der Jahre beigebracht, werden solche sein, deren Geltendmachung man als chronische Zipperlein erträgt, auch wird es Verletzungen geben, die akuter Behandlung bedürfen und andere, deren Pflege Zeit und Hingabe fordert. Und sollten da Wunden sein, die nicht verheilen wollen, weil sie allzu tief sind, so gilt es doch, mit gebotener Ehrfurcht nach ihnen zu sehen. Und sollte daran gerührt werden müssen, weil ärgste Pein es fordert - Behutsamkeit allein täte Balsam darauf.

Ich habe für die kleine derb-komische Posse reißerische Ausdrucksmittel erkoren, denen ich gönnen durfte, dem gestellten Anspruch zu entsprechen. Andernfalls wäre ihrer erklärten Mission auch schlecht gedient : Ich wollte dem Leser/Hörer mit dieser leichten Kost ein Lächeln entlocken. Ob es ein offenes, versteckt-heimliches, bestätigend-wissendes oder unberührt-schadenfrohes ist, darauf lege ich als Autor keinen Wert. Ich sonne mich in jedem Lächeln, dass ich hervorgelockt. Das schmeichelt meiner Eitelkeit. Wäre auf sie keine Rücksicht zu nehmen, müsste ich bedauern, dass gar so viele Leute lachen (lächeln). 

  Der Anspruch also war keiner der höheren Art, ein solcher wäre lediglich dann erfüllt, polterten die kalauernden Verslein auf doppeltem Boden herum, den ich mit Bedacht  zwischen die Zeilen gesetzt hätte. Dem ist nicht so.

Ich nehme einmal an, dass das "nachgereichte", so tief- wie weitgreifende Vorwort - wenn ich auch mit dem nicht so ganz zu Frieden bin - vor allem, was die Struktur anbelangt - eine ihm entsprechende "Vorlage", ein Gedicht anspruchsvolleren Inhalts verdient hätte. Nun ja, vielleicht "reiche" ich dem Vorwort irgendwann kongeniale Strophen nach. 



 
Junge Liebe - Altes Leid

 

 


JUNGE LIEBE

 
Bei unserm jungen Glück zu zweit

wird mir die Sonne morgens leid,

möcht' von der Nacht ich Zeit mir borgen -

fängt sie zu strahlen an am Morgen ! 

                                    

                                  
          ALTES LEID
 

          Schon am Morgen dies Gezeter !

          So unromantisch fängt es an.

          Ganz schrumplig bleibt mein Wurzelpeter !

          Denn was da kräht, ist NICHT der Hahn !



  JUNGE LIEBE


Und ich verzichte auf das Scheinen

des Feuerballs am Horizont -

weil mir das Licht der Schönen meinen

warm des Nachts im Herzen wohnt !


 

           ALTES LEID


           Ich warte sehnlichst auf die Sonne,

           denn meine Ehe ist nur Schein -

           vorbei - die Nächte voller Wonne -

           DIE Nacht war grau - lass Licht hinein !  


 

JUNGE LIEBE


Am Abend haucht der Eule Schrei

verheißend ruft ein Käuzchen

und zwitschern die Vöglein den Tag herbei

dann küss' ich noch immer ihr Schnäuzchen ! 
 

 

           ALTES LEID
 

           Wenn erstes Leuchten den Tag mir verrät,

           lausch' ich ergrimmt unterdessen-

           dem Künden der Vögel - wie gut 's ihnen geht !

           Doch wie's vögeln geht - hab's vergessen ! 

 
                                                                *****

                                 

 

    Der "Rechte" versteht den "Linken" nicht mehr,

      schon gar nicht der Linke den Rechten :

      Gibt für der Liebe Bestand es keine Gewähr ?

      Waren je - die Gefühle die Echten ?

 

      Wenn einmal der Eintracht Zwietracht naht

      und der Freude Verdrießliches droht -

      holen wir beieinander dann Rat ? -

      zieh'n noch fester das Band in der Not ?

 

       Muss doch sterben, was nicht stark genug war,

       so lass unsre Idee nie beschmutzen,

       denn ihr Gedanke bot redlich sich dar -

       möge sein - ein Gewinn - uns von Nutzen.


 

 

M. Roschke   27. 12. 2001/ 7. 2. 2002

veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP

 

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Als wir noch...

(Lyrikforen-Impressionen)

 

 

Als wir noch im Forum waren,

wo uns die Kulturbarbaren

des Banausentums bezichtigt :

hatten wir sie nicht berichtigt.

 

Schrieben selbst ja Verse - miese !

Ungefähr so mies wie diese -

hatten grottenschlecht gedichtet...

 

Heut' hat man uns hingerichtet.

 

                       ******

 

Nun hat uns Herr "Spott" (so 'n "Feiner"),-

nebst Herrn "Hohn" (Vorname: "Reiner")

in ein tiefes Loch geschmissen,

und mit Schande zugeschissen.

 

Doch am Wege zum Schafott,

stand Herr Hohn nicht, nicht Herr Spott.

Wagten wohl nicht, dort zu stehen :

Weil sie uns so ähnlich sehen....

 

                        ++++

 

Auf dem Kreuz aus Holz, das man

uns aufs Grab gesteckt,

steht ein Vers, mit dem wir einst

furchtbar angeeckt :

 

"Ach, es wird uns warm ums Herz

und im Auge feuchte -

schenkt uns jemand die Kritik,

die er selber bräuchte !"

 

 

M. Roschke  28.-30. September  2008  

veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP   

 

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  Los der Dichter

 

 

Sich leicht errung'ner Siege schämen,

tief erlitt 'ne Schmach verbrämen,

von trügerischer Hoffnung zehren,

an Leid verlor 'nes Glück verklären -

sich bloß zu stell 'n in der Erkenntnis,

ist des Dichters Selbstverständnis.

              

 

In Ohnmacht überspannter Nerven,

noch suchen, finden und verwerfen,

glorifizieren und verfemen ! -

Und alle Zweifel auf sich nehmen.

Sich fürchten, als den strengsten Richter -

ist auferlegtes Los der Dichter.

 

 

 

M. Roschke   19. und 21. 9. 2003

veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP

 

 

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Sapphische Strophe

 

(Stilübung)

 

(antike vierzeilige Strophe aus drei gleichgebauten elfsilbigen Versen und einem abschließenden zweitaktigen Kurzvers.) (VERSLEHRE)

Das ist kein "ERNSTHAFTER" Versuch - nur der Auswuchs eines unternehmungslustigen Moments.

 

 

 

Die sapphischen Strophen - ich liebe sie sehr

Im Elf-Takte reih 'n sich die Verse so hehr !

Es soll, so du lauschst und sie magst und wirst mein :

So sein !

 

 

M. Roschke    5. Juni 2005

veröffentlicht im POEZIO COM unter : SORBAS DOPP

 

 

 

            

 

 

 

                              

 

 

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von Michael Roschke
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Thursday, 27. november 2008 4 27 /11 /Nov. /2008 00:25

INHALT

Der Fleischskandal

Die Krankheit

.......Kassen

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Der Fleischskandal - Vorwort


Im Herbst 2006 hatten mich die Häufung der Skandale und die Diskusionen, welche die besorgniserregenden Vorkommnisse in meinem Freundes-und Bekanntenkreis hervorriefen, dazu veranlasst, einmal all die Ängste, die verbalen Bekenntnisse zu Wut und Ohnmacht, - in einer  Niederschrift zusammengefasst - an eine Zeitung zu senden. Sie ist nicht veröffentlicht worden. (also, die Zeitung schon...) Weshalb nicht ? Ich habe auf keine Begründung gedrungen, die ich mir selbst geben kann. - Zu voluminös und zu emotional ausgelegt, angehäuft mit abenteuerlichen Mutmaßungen, blindwütiger Schuldsuche und der einen oder anderen ins Phantastische reichenden Schlussfolgerung. Aber, was ist zu erwarten, von denen, die sich dem schier unerschöpflichen Fundus ihrer Unwissenheit bedienen dürfen, sie verlieren jedes Gefühl fürs Maßhalten. Vielleicht schreibt ja demnächst einmal jemand anderes etwas zu dem Thema, ein richtiger Experte auf dem Gebiet, der über ungleich mehr Hintergrundwissen verfügt, alles was es (darüber hinaus) zu ergründen gilt, in auf den (wunden) Punkt bringende, stichhaltige Fragen setzt, die sich dann auch von irgendjemandem prägnant und einleuchtend beantworten lassen.

Doch den in diesem Metier bewanderten Experten hatten wir ja bereits unser Ohr geliehen und es ist längst zurückgegeben. Etwas Wichtiges hätte man uns - sozusagen als Leihgebühr - hineingesprochen. Allerdings versteht sich damit jetzt nur noch das Wort BAHNHOF, womit wir gar nichts anzufangen wissen. Es sei denn, ihm ließe sich - entschlüsselt entnehmen, dass der Zug für uns alle längst abgefahren ist.




Der Fleischskandal - (k)ein Anlass zur Klage (?) !

Herbst 2006

 

Wieder einmal erleben wir lebhafte Diskusionen über einen Gammelfleisch- Skandal, lauschen den heftigen Disputen über unzureichende oder oberflächliche Kontrollen und verfolgen die angestrengten Bemühungen, die Ursachen der flächendeckenden Verfehlungen zu finden. Wieder ist man auf der Suche nach der Schuld. Doch die will sich partout nicht greifen, an nichts und niemandem mehr festmachen lassen, nachdem sie wiederholt zu - und abgewiesen worden ist. Dort, wo sie kurzzeitig Aufnahme fand, wurde sie in mannigfache Teilschuld zerlegt, deren jede ihre "Unmaßgeblichkeit" proklamiert hat. So sitzen wir wie vor einem Puzzle widerspenstiger Teilchen, die zum Ganzen zu fügen sich weigern, wissend, dass sie einzeln nicht einmal die Ahnung eines Bildes vermitteln werden. Gut möglich allerdings, dass sie nicht mehr aufs Bild der kollektiven Unschuld passen, zu dem schon so viele andere sich - an den Konturen retuschierend - lückenlos verzahnt haben. Für diesen Fall müssten verzeihliche Umstände bemüht werden, sie in unmittelbarer Nähe zu platzieren.

Zugegeben, - eine Schuld, deren öffentliches Bekenntnis sich - wie im Falle des Münchner Fleischgroßhändlers durch Suizid vertreten lässt, ist zweifelsfrei erwiesen. Die Ehrfurcht vor jedem menschlichen Leben hat uns davor zu bewahren, derartige Selbstjustiz als angemessen zu befinden. Dass diese Schuld wohl ungleich leichter wog, - zum Zeitpunkt, zu dem sie aufgeladen wurde, als später, in unmittelbarer Nähe zur Entdeckung, wird den tragischen Verlauf eines Dramas gefördert haben, dessen Ausmaß am Beginn - dem an seinem Ende entsprach. Muss es aber der Tod eines Menschen sein, der uns die Tragweite des Skandals bewusst macht ? Er zieht einen eisigen Strich unter offen bleibende Fragen. Wenn er bewirken könnte, dass andere Schuldbeladene sich zu offenen Bekenntnissen durchringen, die einer kompletten Aufklärung dienlich sind und Mittäter sich dem Irrglauben entfremden, an Kavaliersdelikten beteiligt gewesen zu sein, wollen wir dem bedauernswerten Schicksal des Herren einen tröstlichen Sinn zugestehen.

Dass die Forderungen nach präziserer Zuordnung der Kompetenzen im Vollzug präventiver Maßnahmen immer dann besonders laut werden, wenn eklatante Vorfälle sie erzwingen, mag uns durchaus noch Verständnis abringen, doch das einhergehende Unvermögen, die Verstrickungen fataler Versäumnisse zu entflechten, bleibt unbegreiflich. Deshalb nehmen wir mit sehr verhaltener Genugtuung zur Kenntnis, dass die Kontrollen nunmehr erneut verschärft werden. Doch lassen sie sich abermals von der Gewieftheit und Raffinesse Einzelner unterwandern, so müssen sie sich gefallen lassen, als zu lasch zu gelten. Dass es ihnen mit penetranter Beharrlichkeit gelingt, Enthusiasmus und Tatkraft der Anständigen und Gewissenhaften der Branche zu lähmen, welche mit den Erschwernissen ehrlicher Arbeit zur Genüge belastet sind, schafft hier mitnichten Ausgleich. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit von Stichproben, erwirbt sich das Wissen um die eigene Unschuld zunehmend das Recht, tiefschürfende Gründlichkeit an falschem Ort als Schikane zu erachten. Dies sollte man bedenken, wenn man der Integrität an die Wolle geht, während auf  selber Wiese grasend, die schwarzen Schafe ungeschoren bleiben. Wenn sich der Stock, der auf die Köpfe der Übeltäter gehört, als Knüppel zwischen den Beinen der Unbescholtenen wiederfindet, wenn mit immer umfänglicheren Prozeduren nach Missständen gesucht wird - die ärgsten Skandale dennoch ihre Aufdeckung dem Zufall verdanken - werden wohl einige Fragen erlaubt sein : Ist man vielleicht zu häufig auf falschen Fährten, weil überregulierte Verfahrensweisen die Instinkte blockiert haben ? Fehlt es darüber hinaus an Gewandtheit, die richtigen ausfindig zu machen oder an der Beweglichkeit, ihnen zu folgen ? Hat man sich beim minutiösen Zählen und Sortieren gefundener Erbsen auf vermeintlicher Erfolgsspur die Augen verstaucht und für den Weitblick untauglich gemacht ? Wurden vorgegebene Bestimmungen veränderten Situationen nicht angeglichen und stehen dem Nachgehen unwillkürlicher Eingebungen im Weg ? Sollten  unverrückbar starre Direktiven bewirkt haben, dass der sechste Sinn verloren ging, auf dessen gelegentliche Erleuchtung man dringend angewiesen wäre ?

Wir wissen nicht, wie vielen weiteren Faktoren zu verdanken ist, dass weitestgehend im Trüben gefischt wird. Vielleicht sind ja nicht nur Unbeweglichkeit und fehlende Flexibilität daran schuld. Weil es richtlinientreuem Operieren oft an erfolgsdienlichen Mitteln mangelt und die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ergebnis zu unkonventionellem Vorgehen animiert, haben eventuell einige Ermittler Freiräume geschaffen, derer es zur Aufklärung seit langem bedurft hat. Nur besteht dabei immer die Gefahr, dass aufkeimende Selbstherrlichkeit ihnen eine maßlose Ausweitung gewähren möchte. Möglicherweise hat der eine oder andere ihr nachgegeben, was unter Umständen zum Verlust der Orientierung führen kann und manchmal sogar das zielgebundene Trachten außer Kurs zu setzen droht.

Nicht auszumalen, wenn sich somit zwischen einer der verordneten Legalität gemäßen Vorgehensweise und ihrer alternativen "Robin Hood"- Version noch eine Grauzone schüfe, in der sich - frei nach Bedarf an der einen oder anderen Front ausrichten ließe. - Wo man je nach Art einer drohenden Not - zurückgreifen könnte - auf die obligate Verpflichtung gegenüber der einen und die erklärte Gesinnungsverwandtschaft zur anderen. Von hier aus dürfte man das behäbige Stelzen der althergebrachten Ermittlungsmethode belächeln, die sich ihrer limitierten Kompetenz nicht bewusst ist und deren unverzichtbarer Amtsdünkel darum so ulkig wirkt - und heimlich amüsiert die unorthodoxe Kontrollführung bedauern, der nach illegal erzielten Ergebnissen jedes Mal die ungesetzlichen Mittel um die Ohren gehauen werden.                                                         

 Streng genommen wäre es eigentlich keine Grauzone, sondern eine Art Nebenflur, in dem man sich aufhielte. Von hier aus hätte man das Verbrechen - gänzlich ja doch nie auszurotten - zumindest dort einer Tiefenkotrolle zu unterziehen, wohin unverkennbare Spuren gewiesen haben. Und hier lohnt es, sich grundlegend mit ihm auseinanderzusetzen, um ins Einvernehmen zu gelangen. Eine sich generös gebende Lässigkeit, die dabei an den Tag zu legen wäre, würde eine Verhandlungsbereitschaft weder vorschnell offenkundig, noch von vornherein unmöglich erscheinen lassen, böte Zeit und Gelegenheit, dem Bemühen um Annäherung vorsichtige Tastversuche zu gewähren und scharfen Blickes zu eruieren, was denn lohnenden Wert hätte, übersehen zu werden. Zu guter Letzt, nachdem die Konzilianz honoriert worden wäre, würde auch diese Art der Strafverfolgung dem Verbrechen klargemacht haben, dass es sich nicht "unkontrolliert " auszubreiten hat.

Wir verlieren uns in Gedanken, denen nicht zu wehren ist, weil Rat- und Hilflosigkeit sie heraufbeschwören. Man wird ihnen ihre Verirrungen verzeihen können - eingedenk der drohenden Ohnmacht, die sie zu bekämpfen haben. Auf die Genehmigung, ihnen in Worten Ausdruck zu geben, dürfen wir eigentlich nicht hoffen. Waghalsigen Verdächtigungen nimmt der Konjunktiv nicht das Herausfordernde. Dies wäre einzugestehen. Man mag jede unserer Mutmaßungen einer böswilligen Unterstellung gleichsetzen. Doch sei eines nicht vergessen und gesagt, bevor wir schweigen wollen: Schuld daran ist der Argwohn, der uns quält, der geschürt wurde, dem wir zu lang schon überlassen sind und den uns niemand nehmen kann. Auf ihn haben wir ein Anrecht uns schmerzlich erworben während der Aufeinanderfolge skandalöser Vorfälle in den letzten Wochen und Monaten. Wie es aussieht, kommt man nicht umhin, uns wenigstens den Argwohn zuzubilligen. Dabei haben wir den überhaupt nicht verdient.

Solange wir das Eindringen verdorbenen Fleisches in unsere Handelsketten noch als Skandal betrachten, wollen wir jede Krisensitzung, die ihm folgt begrüßen. Wenn darin allerdings der gnadenlose Konkurrenzkampf als ausschlaggebender Tathintergrund ermittelt wird, weil tiefere Ursachen sich nicht aufdecken, - komplexere Zusammenhänge nicht ergründen lassen, wird es zunehmend wahrscheinlicher, dass die Resignation den Platz in uns einnimmt, auf den die Empörung Anspruch hat. Es wäre unseren tiefsten Ängsten wieder auf den Grund zu sehen, ließe sich daran glauben, dass verdorbene Lebensmittel nur durch wirtschaftliche Engpässe in den Handel gelangen können und nicht längst Gang-und Gebe-Gewohnheiten gehorchend, auch überall da Breschen schlagen, wo Gegenwehr als überwindbar gilt. Doch werden wir uns damit abzufinden haben, dass nicht allein Straftaten zu verfolgen sind, die der Not gehorchen, sondern auch solche, denen jede Gelegenheit willkommen ist. Aber selbst dort, wo sich konstatieren ließ, dass die Invasion gesundheitsgefährdender Produkte in den offenen Handel gewerblichen Zwängen zu Grunde lag, wird man unterstellen müssen, dass duldendes Wissen begleitet und bedenkenloser Leichtsinn befördert haben, was durch gefälschte Deklarationen in Umlauf geriet. Sollten sich nicht sämtliche Haupt-und Teilschuldtragende eines Vergehens bewusst sein, das als menschliche Niedertracht zu beklagen und verurteilen ist ? Ein Offizialdelikt - durch den Konflikt mit bestehendem Gesetz - eine Schandtat an der sittlichen Moral !

Der Gesetzgeber hat bezüglich der Verbrechensbekämpfung Vorsorge zu treffen, seinen Organen obliegt es, entsprechende Verfügungen wirksam werden zu lassen. Der Tatsache, dass hinter jeder Gesetzwidrigkeit ein Motiv steht und ein jedes unbedingt zu ergründen ist, um der Bekämpfung und Vereitelung gleicher und ähnlicher Delikte Ansätze zu liefern, sollte nicht zuletzt und dringend Rechnung getragen werden. Wenn es uns selbst nicht gelingen kann, illegale Machenschaften aufzudecken, weil sich ihre internen Mechanismen nicht durchleuchten lassen, müssen wir auch dieses Unterfangen der legislativen Macht des Staates überantworten. Wir dürfen nur hoffen, dass es unseren Kreuzen auf den Wahlzetteln vergönnt war, seinen Ausgang zu beeinflussen. Doch dürfen wir uns als Kunden - auf Gedeih und Verderb - einzig der Kompetenz einer Regierungspartei ausgeliefert sehen, damit den Blick verstellen auf den Einfluss, den wir selbst tag-täglich auf das Marktgeschehen nehmen ? Denn man muss es als naheliegend, ja inzwischen voraussehbar betrachten, dass die Konsumgewohnheiten einiger Verbraucher dem Profitstreben unzulässige Mittel in die Hand spielen. Es sollte sich unsere Selbstkritik jedoch bei dieser Einsicht nicht lange aufhalten. Denn vielmehr hat sie ihr Augenmerk zu richten auf befremdliche Kommentare aus unseren - den Verbraucherkreisen, die immer häufiger herum kreisen und deren Tenor sich das Tolerieren solcher Mittel nicht mehr zu verleugnen bemüht. Die Möglichkeit, uns gegen Gammel-Ware zur Wehr zu setzen, mögen begrenzt sein, aber ergeben dürfen wir uns ihr nie ! Einige haben es anscheinend schon getan. - Man müsse für hohe Qualität eben einiges draufzahlen - ist zu hören und zu lesen. - Wer weniger bezahlen will, hätte eben nebst günstig erstandener Produkte auch am erhöhten Risiko zu tragen. Mit dieser simplen Erkenntnis haben jene für sich bereits ein fatales Fazit gezogen: Gesunde Zweifel haben das kränkelnde Vertrauen zu ersetzen, das sich an den Lebensmittelgesetzen und ihrer Befolgung zu schaffen gemacht hat. Aber hieße dies nicht, anarchischen Zuständen im Fleischhandel Zutritt gewähren? Wollen wir allen Kontrollorganen kündigen, weil sie hier und da versagt haben? Dürfen wir auf sämtliche Verordnungen verzichten, nur weil man einigen fragwürdige Richtlinien vorhalten muss? Und vor allem: Können wir verantworten, dass diejenigen zur Mode werdenden Gaunereien zum Opfer fallen, die zum Hackepeter greifen müssen, weil´s zum Filet nicht langt?

Vielleicht haben wir alle unser Verhältnis zur Einflussnahme, so gering sie auch sein mag, noch einmal gründlich zu prüfen. Einige von uns wären gut beraten, es zu korrigieren. Wir Konsumenten sollten als potentielle Opfer das Recht des Klageführens nicht ad absurdum führen, indem wir mit angepasstem Kaufverhalten das Ungeheuerliche geradezu legitimieren. Wenn wir ihm zugestehen, nachvollziehbar zu sein, werden wir uns bald mit seiner Unvermeidbarkeit zu arrangieren haben. Dem Glauben, dass ein tieferer Griff in die Tasche davor schützt, betrogen zu werden, muss man nicht nur vorwerfen, naiv zu sein, sondern auch unterstellen, das Übervorteilt werden minderbegüterter Kunden zu genehmigen. Wir sollten Acht haben, damit nicht mehr und mehr derartigen Verbrechen die Wege zu bahnen, die sich an unserer zerrütteten Beziehung zur sozialen Ethik orientieren dürfen. Wenn das Verludern der Sitten ihnen verhilft, sich dauerhaft zu etablieren, haben wir nur noch Dank zu sagen - jedem Tag, an dem der Kelch an uns vorübergeht und den wir doch am Ende bis zur bitteren Neige leeren müssen. Und wer da glaubt, ihm entrinnen zu können, sei daran erinnert, dass es vergammeltem Fleisch inzwischen gar gelungen ist, exzellentesten Kochkünsten in "5 Sterne-Küchen" die Grenzen aufzuzeigen und es keine Refugien mehr zu geben scheint, in denen man vor ihm sicher ist. Denn wenn uns bislang noch die Frage quälte, ob uns der Verkäufer - am Ende der Handelskette -  etwas verschweigt, drängt sich allmählich die beängstigende Vermutung auf, ihm gehe es bezüglich seiner Lieferanten ähnlich. Und jenen vielleicht ebenso.

Es ist der Ungewissheit, in der man uns schweben lässt, zuzuschreiben, dass wir uns in so vielfältigen Mutmaßungen ergehen. Leider ist uns nicht damit gedient, dass sich einige gegenseitig  ausschließen.                                                                                         

Ist noch davon auszugehen, dass sich die Festlegungen der Preise oberhalb eines bestimmten Niveaus an Qualitätskriterien für gesundes Fleisch orientieren und gilt es sich lediglich damit abzufinden, dass die Abstufungen der Billigpreise nur noch vage Vermutungen über den Gammel-Grad zulassen? Wenn dem so wäre, bliebe für den Kunden, der einer erprobten Skepsis frönen möchte, die gesundheitliche Bedenklichkeit erahnbar genug, andererseits ließe sich angesichts fehlender Gewissheit guter Glaube bewahren, der die dem Sparzwang gefällige Kauffreude bedient.

Vielleicht aber hoffen Leute mit schmaler Geldbörse darauf, zukünftig anhand detaillierter Angaben nicht mehr nur zwischen "preiswert", "günstig" und "billig" wählen, - sondern entscheiden zu können, ob sie sich mit überlagertem Fleisch den Geschmack, - mit "angegammeltem" den Magen verderben, - oder nach Verzehr von gänzlich verkommenem -  den gebeutelten Krankenkassen zur Last fallen wollen. Es steht zu befürchten, dass diesbezüglichen Wünschen nachgekommen würde, um sich des Beigeschmacks schlechten Gewissens zu entledigen. Die Höhe des gewährten Preisnachlasses wäre die Dosis, die der Händler sich zu verabreichen hätte, um quälende Bedenken zu betäuben.

Die Realität zeigt erschreckende Tendenzen, sich dieser Horrorvision zu nähern. Dass Gesundheit immer teurer wird, bekommen wir ja seit längerem zu spüren. Sollte sie irgendwann unbezahlbar sein und sich kein Trost darin finden lassen, dass Krankheit billig zu haben ist - müssen wir uns dann dem Sarkasmus ergeben, dessen erster Anflug sich hier bereits in den Satz geschlichen hat, oder lohnt es noch, sich zum Kampf zu rüsten? Wollen wir uns zum Zweckoptimismus zwingen, der sich auf die nicht unberechtigte Hoffnung berufen kann, dass Tiere, deren jahrelang gelagertes Fleisch uns angeboten wird, noch keine genmanipulierte Pflanzen gefressen haben können, oder macht es doch noch immer mehr Sinn, sich gegen jegliche Verschleierung der Herkunft und Haltung zur Wehr setzen? Wir wollen uns durchaus noch nicht geschlagen geben, wenngleich es um unsere Zuversicht nicht gut bestellt ist. Welch teures Gut sie ist, wissen wir, seit sie zu schwinden droht. Bevor sie uns gänzlich abhandenkommt, mag der Galgenhumor warten. Er wird da sein, wenn wir seiner bedürfen. Wir haben auch genügend bittere Ironie zur Reserve versammelt, die zu Hilfe eilen wird, falls uns blinde Panik befällt und wir in haltloser Hysterie alles schlimmer machen wollen, als es ist: ´Schlimmer wird´s nimmer´- begütigt die gern und sieht sich hierdurch unversehens mit dem Zweckpessimismus verbündet, ohne den auch nicht mehr auszukommen ist.

Trotz all unserer Verdächtigungen und Vermutungen wissen wir verdammt wenig von all dem, was wirklich hinter verborgenen Kulissen geschieht. Ob es uns jemals möglich gemacht wird, mehr zu erfahren und ob uns das dann hilft, bleibt fraglich. Ein bisschen mehr dürfte es schon sein, um weniger blauäugig ins Verderben zu laufen, sollte es unvermeidlich sein.

Und doch haben wir ja bis heute selbst genügend in Erfahrung gebracht, wodurch sich der Teufel, der uns dann holen würde, an die Wand gemalt sähe. Dies noch zur rechten Zeit zu Wege gebracht zu haben, würde eine der seltenen Genugtuungen sein, die uns vergönnt war. - Eine traurige. Und die letzte.

Um uns das obsessive Orakeln zu ersparen, sollte unseren Ängsten Beachtung geschenkt - und den ärgsten Befürchtungen begegnet werden. Und zwar mit rationelleren Methoden in der Bekämpfung solcher Verbrechen. Wenn präventive Maßnahmen deutlich machen, dass ergebnisorientiert operiert wird, wenn Pedanterie nicht mehr den Spürsinn blockiert, Kontrollorgane sich nicht mehr vorrangig der Machtdemonstration, sondern dringlichem Erfolg verpflichtet sehen, Politiker die gesetzliche Basis schaffen, an der sich ausrichten lässt und ihrem Vorsatz: "Wir müssen etwas tun" die Ausführung folgen lassen, die dem Übel zu Leibe rückt, müssen wir die Hoffnung nicht zu Grabe tragen, irgendwann wieder arglos in Delikatessware - wie ins Fastfood beißen zu können.

 

                      Schlusswort

  

Ich habe in der "Wir-Form" klagend - den Ängsten all derer, mit denen ich diskutiert habe, Zugang zum Verständnis vermitteln wollen, auf das wir inständig hoffen. In der Wahl der Mittel, dies zu erreichen, wurde mir wenig Spielraum bewilligt. Vielleicht, weil man gefürchtet hat, ich würde mir nicht verkneifen können, mein Geschick für Diplomatie unter Beweis zu stellen. Man wollte mir klar machen, dass damit unserer Sorge dem Fleischskandal gegenüber nicht genügend Ausdruck verliehen würde, seiner Brisanz durchaus härtere Tonart gebührt. - Ganz umsonst ! - War ich doch mittlerweile so wenig, wie sie selbst noch in der Lage, kühlen Kopf zu bewahren, den man dafür braucht.

Auf Distanz, die notwendig ist, um besonnen zu bleiben, die eigene Wut zu zügeln, konnte und wollte auch ich nicht mehr gehen. Und so habe ich mich zu Wort gemeldet - von geteilter Besorgnis gestachelt - dem Zaume der Bedachtsamkeit und Vorsicht entrissen - der Verzweiflung nah !

 

M. Roschke  Herbst 2oo6

 

 

P. S.  Wie ich nun, ein Jahr später, hören und hoffentlich nicht allzu bald spüren muss, ist uns das Gammelfleisch wieder auf den Fersen.  Man hat sogar eingeräumt, dass es nie gänzlich verschwunden war. Und jetzt dürfen wir wieder einmal darüber reden. Wir hätten es schon früher gedurft, wären die Medien nicht in Verzug geraten - die Vogelgrippe rechtzeitig in die Bedeutungslosigkeit zu entlassen.

 

M. Roschke   19. September 2007

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Die Krankheit

Hier lag es mir fern, über Gesundheitseinrichtungen im Allgemeinen zu klagen. Die Anforderungen und Belastungen, denen sich das medizinische Personal, insbesondere in heutiger Zeit gegenüber sieht, sind gegenwärtig und unumstritten genug, um jeglicher Kritik Bedachtsamkeit nahezulegen. Unsäglicher und sich eigentlich seit längerem als unverantwortlich erweisender Bürokratismus, der sich nichts desto trotz mehr und mehr berechtigt wähnt, der Fürsorge und menschlichen Zuwendung - verkannte Komponenten des Heilungsprozesses - die Priorität streitig zu machen, tun ein übriges, sich vor diesem Hintergrund nicht in Pauschalurteilen zu ergehen. Denn Ärzte und Pflegepersonal sind auf Grund der "produzierten" Gegebenheiten nur bedingt, dass heißt bezüglich einzelner Fälle zu belangen.

Diese kleine, bissige Satire verdankt ihre Entstehung ausschließlich den inakzeptablen Zuständen in einigen medizinischen Zentren bzw. einzelnen Stationen diverser Einrichtungen. Ich habe solche kennenlernen müssen. Als Patient oder Besucher hätte man dort durchaus bereits dem ersten unmittelbaren Eindruck vertrauen und ein Urteil fällen dürfen. Nach mildernden Umständen Ausschau zu halten, erwies sich nach Konfrontation mit jenen Details, die geeignet sind, fürs Ganze zu sprechen, recht bald als müßig.

 

 

Die Krankheit

 

 

Man weist sie in die Klinik ein.

Dort hat sie still zu liegen.

Doch ist die Krankheit ganz allein,

will sie sich selbst besiegen.

 

Drum wird sie hier bei Tag und Nacht

geknebelt und gekettet,

damit sie keine Ausflucht macht

und vor sich selber rettet.

 

Das Kribbeln im umgipsten Arm

juckt niemand' mehr besonders.

Man zählt ja schon den Krebs im Darm

zum Weh des Hypochonders.

 

Und schleicht sich die Genesung ein,

weiß man sie zu vertreiben.

Hier muss die Krankheit Krankheit sein

und hat gesund zu bleiben.

 

Geduld hält niemals alles aus,

was Krankheit gerne hätte -

Die Klinik heißt ja Krankenhaus

und nicht Genesungsstätte.

 

 

M. Roschke   15. 9. / 1. 10. 2003

einst veröffentlicht im Forum : "Genial gedichtet" unter dem Pseudonym  "LEMS Riesenharff" und im POEZIO COM unter SORBAS DOPP        

 

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Wir - die  K....kassen

 

 

Wir beugen Recht nach dem Gesetz

in dem sich Löcher finden

und können im sozialen Netz

durch jedes Loch entschwinden.

 

Dann müssen wir nicht zahlen mehr,

dort wo wir zahlen sollten

und brauchen nicht mal hinterher

so tun, als ob wir wollten.

 

 

M. Roschke     3. Februar  2004

 



                                                                                 

 

                                                                                       

 

 

                                                                                                                     

 



von Michael Roschke
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Thursday, 27. november 2008 4 27 /11 /Nov. /2008 22:57

INHALT

Einiger Unsinn
Aber witzig !
Zahl oder stirb
Fabulieren
Rätselvogel im Garten
Die Fahne
Trinkspruch
Der Geburtstag
Hammervers 1

ZOTEN UND KALAUER: ****

*Belohnung     

*Das unbarmherzigste am Tod
*Toni und Froni
*Latein-Vokabeln

 

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Einiger Unsinn 

 

Missverständnis

 

 

"Muss an die zarte Backe ran -

zu bohr 'n an ihrem Backenzahn."

"Ich hoffe nicht, `s wär' fürchterlich -

nur an die WANGE hoffentlich !"

 

 

M. Roschke  25. 1. 2002

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Abfuhr für "Tarzan"

 

 

Er nennt sich Tarzan und er hat

durchaus die Kraft des Selben.

Doch außer dieser - nichts dergleichen.

Auch keine Jane ließ sich erweichen.

 

Hängt an Lianen, doch deren Mann

ließ gar nicht mit sich reden,

sprach nur : "Bin Tarzan von LIANE -

Du geh' n zu Tschita mit Banane !

 

 

M. Roschke  30. 12. 2001

 

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Von Jägern

 

 

Halbtags

 

Ein Jäger frühstückt sein Hasenbrot,

dann schießt er einen Hasen tot.

Aufs Wildschwein will er nicht mehr warten -

Zu Mittag gibt's heut Schweinebraten. 

 

M. Roschke    13. 2.  2002

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Jägerlatein

  

Sein Fehlschuss ließ den Falken fliegen.

- Wollt' lügen, dass sich Balken biegen.

Doch hat - zu lang beim Wein gesessen -

er leider sein Latein vergessen"

 

M. Roschke  1. 3. 2002

 

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Zurück zur Heimat

 

Dem Achmed will's in Neukölln* nicht gefallen,

zurück zur Heimat zieht es ihn hin.

'Lass türkische Lieder wieder erklingen -

in Kreuzberg* - weil dort ich zu Hause bin !'

 

 

ERKLÄRUNG : Vielleicht erschließt sich nur für Berliner auf Anhieb die Pointe. Neukölln und Kreuzberg sind Stadtteile Berlins, in denen verhältnismäßig viele Einwohner türkischer Abstammung leben. Eine Tatsache, welche jeglicher Betrachtung mündlicher oder schriftlicher Art als Basis dienen darf. Solange sich daraus herleitende Feststellungen, geschilderte Erfahrungen und daraus erwachsene Sichtweisen vorurteilsfrei mitteilen. Warum ich diese voluminöse Erklärung zu dem kurzen Verslein als notwendig erachte ? - Weil er von einigen Lesern falsch verstanden worden ist !

Vielleicht nicht sonderlich originell umgesetzt - so dennoch zwinkernden Auges auf des Lesers Schmunzeln spekulierend - habe ich es 2001 zu Papier gebracht, und nun hier ausgestellt, auf mein - wie ich finde - von nichts und niemandem zu gefährdenden Recht vertrauend, es Lesern freien - VOR denen befangenen Geistes - widmen zu dürfen.

Noch etwas dazu, obschon es dem eigentlich nicht mehr bedarf. Ich bin ein "Ossi" und habe - nach der Wende von 1991-2006 im Westteil Berlins gearbeitet. Hand in Hand mit Kollegen mannigfacher ethnischer Herkunft. Nach langjähriger Zusammenarbeit sind weit mehr als sprachliche Barrieren beseitigt worden. Ich kann heute sagen, sehr viel gelernt zu haben in dieser Zeit - allein, weil ich meinen "Horizont" nach nahezu jeder "Richtung" hin erweitern konnte. Ich durfte mich, auf Grund begrenzter Mittel zur Verständigung - wenn auch notgedrungen - sogar ein wenig in der Kunst der Pantomime üben - bin darin von Fortschritt zu Fortschritt gelangt - zur Meisterschaft musste ich es nicht bringen, denn irgendwann hatten wir von der Sprache des anderen genügend gelernt. Und das hat uns vor weiteren "Verrenkungen" bewahrt. Ach so, um es nicht zu vergessen : Es waren auch viele türkische Kollegen darunter. Einige der hieraus gewachsenen Freundschaften bestehen bis heute. Keiner von ihnen wohnt in Berlin - Kreuzberg oder - Neukölln. Und sie singen auch überhaupt keine türkischen Lieder. Trotzdem behaupten sie mit Nachdruck, Türken zu sein !! Also ihr seht, dass ich VORURTEILE habe, ließ sich hier widerlegen - nicht aber, jemand zu sein, der sich ausgelatschter Klischees bedient !  Na, ja - No body is perfekt !

Micha

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Keine Dichtung

 

 

Der Zehlendorfer Glasermeister

hat keinen Kitt mehr - Scheibenkleister !

 

 

M. Roschke  29. 1. 2002

 

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Faschingszeit

 

Den ganzen Samstag Karneval.

Am Sonntag ging's zum nächsten Ball !

Rosenmontag - Faschingsfete,

Faschingsdienstag - kaum noch Knete -

macht meiner Börse den Garaus.

Am Aschermittwoch - alles aus !

Fänd ich das Sparschwein, wo's mal lag,

wär ich noch blau - Gründonnerstag !

 

             * * * * *

             * * * * *

 

Zur Fassenacht, es war fast Nacht -

hat mich ein Mädchen angelacht.

Aschermittwoch - war's nicht vorbei -

Sie sprach von Hochzeit. Blieb dabei !

 

 

M. Roschke  3.2.2002

 

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Manch einer wirft mit Schmutz

ohne das Wasser reichen zu können.

 

= Oh, das ist ja ein Aphorismus - hat sich hierher verlaufen - DURFTE er das ?

 

M. Roschke  9.4. 1987 // nebst einem anderen Aphorismus veröffentlicht im "POEZIO COM" unter SORBAS DOPP

 

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Aber witzig //Zahl oder stirb // Fabulieren

 

... Aber witzig !

 

 

"Basta !" - sagt der Mann mit dem Haarausfall

"Mit dem Rasta-Zopf-Flechten war es einmal -

nun kämm' ich und knote und flechte

das Kraushaar an meinem Gemächte.

 

Es folgt zu keinem Momente

einer solchen Geschichte Pointe.

Es liegt auch kaum ein Geistesblitz

und tiefrer Sinn im Aberwitz !

 

Sollt' aber die Idee allein -

so für sich selber - witzig sein,

kann's auch keine Scham verletzen,

sie in die Tat mal umzusetzen !

 

Dies ist - gesagt in einem Satze -

auch zu kreieren VOR der Glatze

und aufgeknotet - leichter fort,

als "Piercing-Schmuck" an gleichem Ort !

 

Lasst' s Hanebüchen nun beenden

und mich zu Tagespflichten wenden -

nicht knapp geword'ne Zeit verlieren,

mich zuvor noch zu frisieren !"

 

 

M. Roschke  4. / 5. Mai 2002

 

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Zahl oder stirb

 

 

Den Telekom-Grundpreis ich zahle -

die Gebühren. Doch bei jedem Male

erscheinen auf dem Register

Nummern verstorb'ner Geschwister

als Einzelkinderpauschale.

 

Zuerst konnt' ich's nur so verstehen :

Als makaber gerat'nes Versehen,

doch die Brüder - nicht tot,

waren arg nur in Not.

Wollten täuschend der Schuldlast entgehen -

 

Da sie gleichwohl auf ihren Listen

akzeptable Beträge vermissten.

Es ward nachgefragt,

doch ihr Recht stets vertagt,

so dass sie dereinst sich verpissten !

 

        __  __  __  __  __

 

Wenn sie dann doch einmal sterben

und lassen die Schulden mich erben -

lass ich sie zurücküberführen.

Doch die Telekom zahlt die Gebühren !

 

 

M. Roschke    9. 2.  2002

 

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Fabulieren

 

Er fabulierte Kolportagen.

Vom Schreibtisch in die Chefetagen

gelangten diese. Bis zum Winter.

Man fand es 'raus - man kam dahinter.

und degradierte ihn zum Pagen.

 

Weil er verriet, was er nicht wusste,

er nun als Lift-Boy dienen musste.

Man gab ihm damit zu verstehen,

dass man IHM nachtrug - sein Vergehen.

Nun trägt er dran, ganz aus der Puste !

 

Diese Geschicht' ist nur erdacht -

weil man sich gerne Hoffnung macht.

Doch ward er auch nur weggelobt

und hat dann andern Orts gemobbt -

Das FABULIER'N hat Spaß gebracht !

 

 

 

M. Roschke   2.-4. März 2002

 

 

 

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RÄTSEL-VOGEL IM GARTEN

 

 

 

"Kinder, lasst die Buddelei !

Vater, lass den Spaten !

Was ich wohl für 'n Vogel sei

sollt ihr ganz schnell raten.

 

Ach, herrje, ich kam von weit

um euch das zu fragen

und ihr stehlt mir meine Zeit -

rätselnd mich zu plagen !

 

Nun, ich bin ein Kacker, du

kack auf Köpfe nieder...

So, für heute habt ihr Ruh'.

Morgen frag' ich wieder "!

 

 

BENNI BLITZREIM'S   3 Min 52sec "Gedicht"/ DATUM : Jetzt

 

M. Roschke  24. 4.  2008     veröffentlicht im "POEZIO COM" unter BENNI BLITZREIM.

 

 Anmerkung:   Ich hatte diesen Kalauer im Poezio com unter dem Autoren-Pseudonym : BENNI BLITZREIM veröffentlicht. Ich war wieder einmal bockig, dass meine "tiefsinnigen" Werke, an denen ich oft tagelang herum gefeilt, kaum Resonanz gefunden hatten. Na, ja - HIERFÜR wurde mir dann auch kein Lorbeerkranz aufs Haupt gesetzt...

 

 

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Die Fahne

 

 

PASSANT :

"Wenn ich Sie mir anschau', so glaube ich fast :

Sie trinken recht viel und sehr häufig

und die flatternde Fahne, so tief am Mast

ist Ihnen seit langem geläufig."

 

FAHNENTRÄGER :

"Nein, wie die aussieht, das weiß ich nicht mehr,

bezweifle auch, dass sie dort ist.

Dass man so nah mir kommt, mag ich nicht sehr -

deshalb hatt' ich einst sie gehisst.

 

Die Fahne existiert nur begrifflich,

doch weht sie wohl nicht nur symbolisch.

Beim Blick auf sich schließende Nasen begriff ich :

Mein Ausatmen ist alkoholisch !

 

Solch' Typen, wie Sie, lass ich nicht an mich ran.

Die Fahne bewirkt 's olfaktorisch.

Wenn die Wirkung mich nicht befriedigen kann,

dann schwenke ich sie kategorisch ! " -

                   -  HAUCH  (!!)

 

M. Roschke  10./11.  12.   2002

 

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Trinkspruch

 

 

Ich trinke nur noch zu festlichem Anlass

und darf wohl behaupten, nicht jeder kann das.

Ein ´Hoch, auf den, der Gelegenheit findet

zu der sich Genuss mit dem Anlass verbündet.

Gelegenheiten, die gibt es zu Haufe.

Es feiern die Sinne, wenn ich mich besaufe.

Mit anderen Worten : Betrinke ich mich,

so schafft sich der festliche Anlass an sich.

Ich stell' mir ein Glas hin, ich füll' es mit Wein

und lade mich selbst zu der Festlichkeit ein -

lade mich ein, im Champagner zu baden.

Ich lade mich, bis ich mich vollgeladen.

Mauzt morgens mein Kater dann gar zu kläglich -

lad' ich ihn aus und betrinke mich täglich !

 

 M. Roschke 14. 12.  2002

 

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Der Geburtstag
  

 

 

ER :   "Sag mir doch mal in einem Satz :

           Woran denkst du grad', mein Schatz ?"


SIE :      " An gar nichts denk ich momentan !"


ER :       "Was fang' ich mit DER Antwort an ?

            Du kannst dir eine solche schenken.

            Man kann doch nicht an gar nichts denken !"


SIE :  "In diesem Falle - sicherlich.

           Wer denken kann, erinnert sich. 

           Doch ICH hab' wohl den Strauß vergessen

           und Mon Cheri, das ich gegessen.

           Und weil ich gar an gar nichts denke -

           so auch an keines der Geschenke,

           die du mir zum Geburtstag brachtest,

           dem du so liebevoll gedachtest.

           Dem Kuss, den ich vielleicht bekommen,

           ist mein Erinnern schon entronnen.

           Ist Dank dafür, dir einst gewesen :

           In meinen Augen Glück zu lesen -

           Musst' heut' du dumm gestellter Fragen

           entsprechende Replik ertragen.

           Denn nur an die erinnre ich mich -

           Vergessenes erübrigt sich !

           Ich wollt' mir die Antwort nicht schenken,

           drum gab ich sie ohne Bedenken !"

 

 

M. Roschke   9. -11- 10.  2002 

 

 

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Hammerverse

 

Anmerkung :

 

Meine "Dichter-Kollegin" Gunda aus dem GedichteVZ überraschte uns eines Tages mit einer Gedichte-Vers-Form, auf die sie in einem anderen Lyrik-Forum gestoßen war.


Ich zitiere : 
.........entdeckte ich etwas, das der Autor "Hammerverse" nannte. Leider ist dies wohl kein offizieller Ausdruck, jedenfalls habe ich dafür keine echte Definition gefunden. Es handelt sich um Zweizeiler, bei denen das Reimwort für sich genommen eine ganz andere Bedeutung hat, (und zum Teil auch ganz anders geschrieben wird) als ihm im Zusammenhang mit den Versen zukommt............


Na, ich habe bis dato auch noch nicht in Lexiken nach einer Definition geschaut und ob es überhaupt eine gibt. Die Zeit, die es kosten würde nachzublättern, nutze ich lieber, mich an weiteren HAMMERVERSEN zu versuchen. Möglicherweise also illegal, aber das ist mir wurscht. Vielleicht gründen wir ihnen zu Liebe eine Geheimloge, dieser Herr Dichter aus dem anderen Forum, die Gunda, ich und ein paar andere. Dann wäre es durchaus möglich, dass wir schon morgen als die von heute an im Aufstreben befindliche Avantgarde gelten, welche jenseits aller einschlägigen Normen und vorgegebenen Richtlinien, die Gesetze der Reimkunst unterwandernd, im Verborgenen - ohne Lizenz - an stilbildenden Werken tüftelte...... Hallo, hallo ! - Alles nur Spaß !!

 

Nun möchte ich, mit Gundas Genehmigung

ausgestattet, einige ihrer Hammerverse hier beispielgebend vorstellen :

 

Genervt sprach's Äffchen zu Heinz Sielmann :

"Die Filmerei wird mir zu Fielmann."

 

Bei Reimen, so könnt' man's verstehen,

handelt es sich um Versehen.

 

Dem Ritter starb der Rappe - bitter...

drum heim auf seinem Knappen Ritter.

 

Zum Sammeln selt'ner Mineralien

fuhr Herbert jährlich Genitalien.

 

Max, der Schnaps sonst wie ein Stier soff,

sprach : "Jetzt ich auf ein kühles Bierhoff."

 

Für gegnerische Torwartfehler

im Endspiel gäbe seine Seeler.

 

AUTOR :  Gunda J.

 

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Eigentlich bin ich ganz froh, darauf verweisen zu können, dass mir bislang keinerlei vorgeschriebene Regeln - beispielsweise hinsichtlich der Silbenzahl - bekannt waren, als ich mich zu folgender gewagten Interpretation des Hammerverses hinreißen ließ. "Irgendwie" ist da ein durchgehend 14-silbiger "Doppel-Hammer-Vers" entstanden....Ich wage mal zu hoffen, mit dieser eigenwilligen Variante weder an eventuell doch bereits dokumentierte Regeln gerüttelt, noch gegen solche verstoßen zu haben, die man mittlerweile zu den "ungeschriebenen" rechnet. Hoffentlich darf sich hierin lediglich eine Spielart des Verses in Vorschlag gebracht sehen, die ihn um ein Gepräge bereichert, ohne Rücksichten vor seiner Spezifik vermissen zu lassen. Vielleicht aber ist das hier nun doch gar kein Hammervers mehr. Das hieße, ich hätte kläglich versagt, was sehr bedauerlich wäre. Es kann aber auch sein, dass ich hier unwissentlich etwas Neues kreiert habe und mich auf Grund einer gewissen Ähnlichkeit oder Wesensverwandtschaft, die sich ursprünglichem Vorsatz verdankt, alsbald den Erfinder des "Doppelhammers", "Hammerversdouble", "Long- oder "Epik- Hammer" nennen darf.... Ach, DAS wäre ja der HAMMER !!!

 

 

 

Früher war ich Fallensteller : Mäuseköderleger,

war in großen Kellern, auch in kleinster Kammerjäger.

Doch seit kurzem bin ich meines eignen Traums Erfüller :

Spiel im Kinofilm den Helden und in Serienkiller.

 

 

 

M.  Roschke   9./10. Juli  2008

DER HAMMERVERS ist samt einer "SAPPHISCHEN STROPHE" veröffentlicht im POEZIO COM unter SORBAS DOPP 

 

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Belohnung

 

"Wenn du den Rasen öfter mähst,

in die Kneipe seltener gehst,

dich dazu verpflichtest

und sonst alles richtest

- erfüll´ ich, worum du oft flehst !"

 

"Gut, Frau, so lass mich erflehen,

das weiße Hemd mir zu nähen,

- wenn geschnitten das Gras -

mir zu gönnen den Spaß : 

Zum Skat beim Nachbarn zu gehen !"

 

 

M.Roschke  13. 2. 2002

veröffentlicht im Forum "Genial gedichtet" (inzw. gelöscht) unter dem Pseudonym :"Riesenharff"

 

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Das unbarmherzigste am Tod

 

 

Einst aß ich roh-geschabte Möhrchen.

Nun schlürf´ ich Möhrensaft durchs Röhrchen.

Die Zähne - zähes Fleisch zu reißen,

die fehl ´n mir nun - ins Graß zu beißen !

Doch meine Frau - das gute Lieschen

wartet unter den Radieschen.

Daneben - unter roter Beete

liegt seit langem Tante Käthe.

Warn sich auf Erden spinnefeind -

sind knapp darunter - nun vereint.

Wenn ich jetzt käme, wär ´n sie brav

und machten mich zum schwarzen Schaf !

Wie biss ich durch mich - dort im Grunde -

ohne festen Zahn im Munde ?

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Das Unbarmherzigste am Tod ist:

Nicht Ruh zu finden, wenn du tot bist.

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Gut tut´s, sich darauf zu versteifen:

Ein solcher Tod lässt sich verkneifen.

Denn ihm ist schwer zu unterstellen :

Er könnt´ das Diesseits mir vergällen !

Hieße doch, sich ihm ergeben:

Mit Frau und Tante EWIG leben !

---

Ein hohler Zahn verbleibt mir noch.

Ich pfeif´ noch lang´ auf letztem Loch !

Und die knackigen Karotten

die genieß´ ich jetzt gesotten !

 

 

M.Roschke  Dezember 2003

 

( Ich hab´ mich auf Goethes Spuren

verlaufen auf schlüpfrigen Fluren ! ) (wie so oft)

 

 

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Toni und Froni

 

Es meckerte die Ziege Froni :

"I-ich ge-heb heut kei-eine Mi-ilch !"

An ihrem Busen lutscht der Toni,

der liebesdurst'ge Knülch.

 

"Deine Milch behalte nur -

will nur an dir mich laben.

Bist du nicht zickig und nicht stur -

kannst von mir Honig haben !"

 

 

 

M. Roschke  30. 12. 2001

 

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Latein-Vokabeln

 

 

Beide Nares sind verschlossen -

ich kriege keine Luft !

Kommt ein schwerer Pup gekrochen,

kommt er ohne Duft.

 

Sind die Nares offen wieder -

ist der Furz verschwunden !

Nur verkniff ´ne Augenlider

Wirkung noch bekunden.

 

Nasenöffnung auf Latein

lautet : Naris - Plural: Nares

Abgasrohr - fällt mir nicht ein...

aber ein rektales war es !

 

 

Ich gestehe : - M. Roschke 21. 1.  2005

 

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von Michael Roschke
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Friday, 28. november 2008 5 28 /11 /Nov. /2008 01:17

Vorwort - "Werbung" - Muss Werbung sein ?


VORWORT - "WERBUNG"  =  Muss Werbung sein ?

 

Es ist (und bleibt) eine hypothetische Frage - bezüglich ihrer sich darstellenden Erscheinungsform, mit der wir uns heutzutage konfrontiert finden. Das seit vielen Jahrzehnten lexikalisierte Wort Werbung bedarf zweifelsohne keiner wiederholten Semantisierung und seinen gesamten Begriffsumfang, seine Bedeutungs- und Anwendungsvielfalt wollen wir hier nicht erfassen. Wir wollen uns nicht auseinandersetzen mit dem Werben liebestoller Galane ("Schöne Maid, hast du heut´ für mich Zeit?"), oder dem Brunft-und Balzgebaren der Tier-und Vogelwelt. Auch nicht die Entstehungsgeschichte des Wortes - wo und wie es gebraucht, angewandt und verstanden wurde in vergangenen Epochen, soll hier Erwähnung finden. Dies sei den Etymologen, Linguisten, Semantikern und Semasiologen überlassen.                                                                                

Wir reden über die Begriffsinhalte, die das Wort Werbung heute für uns im öffentlichen Leben birgt. Steht es nicht nahezu ausschließlich für die Wirtschaftswerbung - dem Instrument gewerblicher Absatz-Politik? Muss Werbung sein? Muss eine Ware, eine Dienstleistung von sich reden machen, um ein Kaufinteresse zu wecken ? Zweifelsfrei sehen sich selbst Hersteller, wie Vertreiber von Gebrauchsgütern - sprich Artikeln des täglichen Grundbedarfs heutzutage - angesichts des vorherrschenden Verdrängungsmarktes in den Konkurrenzkampf untereiander getrieben. 

Hieraus erwächst die Notwendigkeit, nicht allein mit lieblosen Offerten auf die Präsenz eines Produkts zu verweisen, sondern darüber hinaus das Aufzeigen, Hervorheben und Rühmen seiner Qualität zu Kardinalspflichten zu erheben. Dieser aufgebürdete Zwang ermächtigt zur Anmaßung des Rechts, die Güte und Erlesenheit der Ware - in Relation zum Preis - als unübertrefflich zu deklarieren. Hier einmal EINGESCHOBEN: Wie sich "angemessene" Preise eigentlich bemessen, entzieht sich unserer Kenntnis. Ganz sicher werden die Kriterien, nach denen man dabei verfährt, keine feststehenden sein und vom Kaufverhalten bestimmt, auf welches wiederum mit Preisgestaltungen reagiert wird. Jedenfalls steht außer Frage, dass wir als Kunden fortwährenden Einfluss auf ihre Gestaltung ausüben. Doch der Druckmittel - die sich uns böten, würden wir nach Verständigung und Absprache konzertierte Aktionen durchführen- dahingehend, die Einflussnahme in unserem Interesse zu verstärken und zu steuern - bedienen wir uns nicht ! Das wird auch nie geschehen, denn wir alle sind Individuen und handeln und kaufen individuell. Je nach Bedürfnis, Vorliebe, Interesse und Vermögenslage, - Sparzwängen unterworfen, verschrieben oder verfallen, Verlockungen trotzend, nachgebend oder erliegend. Der Handel weiß das und stellt sich darauf ein. Um wie viel einfacher gestaltete sich der Verkauf, ließen wir uns allesamt über einen Kamm scheren. Doch selbst für diesen Fall bliebe die Preisfestlegung diffizil genug. Sie müsste sich variablen Kriterien unterstellen, die sich an den Konsumgewohnheiten orientieren, denn diese werden sich - von vielen weiteren, nicht zuletzt unvorhersehbaren Faktoren berührt - in fortwährendem Wandel befinden. Ich nehme nun den aus der Hand gelegten Faden zum Kernpunkt der Thematik, der Produktwerbung, wieder auf. Ist der Erfolg einer Werbeaktion, die ja allgemeiner Umsatzvergrößerung dient, überhaupt messbar? Er wird - das habe ich nachgelesen - durch Erfolgskontrollen ermittelt, sei allerdings - hier hatte ich selbst richtig spekuliert - wegen zahlreichen Einflussfaktoren auf den Umsatz nicht exakt festzustellen. Es wird dennoch geworben. Plakativ, visuell   unübersehbar und akustisch nicht zu überhören, blinkt und leuchtet es um uns her und dröhnt und schallt es auf uns herab und spricht und singt und lockt und zeigt : Kommt und kauft unsere Produkte !

In welchem Maße sich die Gebrauchsfähigkeit eines veräußerten Erzeugnisses dem Kunden später in praxi zu vermitteln und in wie fern eine angebotene Leistung den Kunden im Nachhinein tatsächlich zufrieden zu stellen vermag, offenbart sich im Verhältnis, das die gewährten Ansprüche, welche zu wecken vorsätzlicher Auftrag und Ziel der Werbekampagne war - mit der ernüchternden Erkenntnis eingehen, dass einem DAS BESTE - wolle man der Werbung glauben - nahezu überall versprochen, aber nicht unbedingt geboten wird. Doch das Fördern höchster Erwartungshaltung mit aufwendigen Werbemaßnahmen bleibt unabdingbare Komponente der Verkaufsstrategie. Werbung muss sein !  

Den Anteil der anspruchsloseren Verbraucher, die sich hierin nicht angesprochen fühlen, gilt es zu verringern. Den genügsamen Kunden, der unbeirrbar seine bescheidenen, vorveranschlagten Einkäufe erledigt, zu gewinnen, darf nicht versäumt werden. Denn diese renitenten Umsatzbremsen ziehen sich leider immer mal wieder wie Laufmaschen durch die ausgekundschafteten und aller Taktik zugrundegelegten Verhaltensmuster. Dass die Mittel, mit denen man sich ins Zeug legt, auch um seinetwillen verwandt werden, muss man ihm deshalb nicht ausdrücklich nahelegen, sonst fühlt er sich womöglich genötigt, zu kaufen, was er nicht gebrauchen kann. Das muss nicht sein. Werbung muss sein - und ihn zwingen, es freiwillig zu tun ! 

Selbstverständlich - unter gewissen Umständen - muss Werbung sein. Und diese Umstände haben sich während der letzten Jahrzehnte flächendeckend ausgebreitet. Wenn ich beispielsweise ein Geschäft eröffne, das sich von der Konkurrenz aus der gleichen Branche umgeben sieht, welche mit  jedwedem Blicke sich aufnötigender Reklame ihre Artikel preist und ich mache nicht in gleich gearteter Weise auf mich aufmerksam, wird es schwer werden, zu bestehen. Und waren die anderen vor mir da, haben sich etabliert und längst einen Namen gemacht, muss ich wohl oder übel noch eins draufsetzen. Werbung MUSS nun also sein. Und warum? Achtung : Jetzt folgt eine Art Herberger-Weisheit : Weil es sie gibt. Schon lange und überall. Als es sie noch nicht gab (jedenfalls nicht so, wie wir sie heute kennen) - musste sie nicht sein. Die Waren, die man im Mittelalter feilbot, warben, abgesehen von marktschreierischer Untermalung des Händlers mit ihrer Qualität. Das Gute wurde gekauft, auf dem übrigen blieb man sitzen, nachdem es einem um die Ohren gehauen wurde. Heute bringt man unter Umständen auch das "Übrige" an den Mann, obwohl das nicht unbedingt Not täte, denn arm kann nicht sein, wer sich Werbeausgaben leisten konnte, die das zu Stande brachten.

 Doch können - heute noch - all diese plakativen Zurschaustellungen, durch visuelle und akustische Effekte in Szene gesetzt, auf Käuferfang postiert überall dort, wo man vorab ihre Unübersehbarkeit ausgeKUNDSCHAFTet hat, um nachhaltige Wirkung zu gewährleisten - für die Vertrautheit mit-und dem Vertrauen ins eigene Erzeugnis einstehen ? Spricht es nicht vom Eingeständnis bestehender Zweifel und von begründeter Furcht vor der Konkurrenz, wenn man meint, nicht umhin zu können, sich jedwedem unberührten Plätzchen in der Blicklandschaft zu bemächtigen ? Konnte man die Skrupel vor belästigender Gegenwart manch einer Reklame nicht längst mit dem Kalkül besänftigen: WAS DEN WIDERWILL´N GEWECKT - LANG NOCH IM GEDÄCHTNIS STECKT ! ? Denn was da von außen hereindrang und sich ins Langzeitgedächtnis tief unten einbetten ließ, wird irgendwann, auch ohne Bedarfsanmeldung, unmerklich an die Oberfläche zurückkehren. Unvorhersehbare situative Konstellationen befördern verschüttete Bewusstseinsinhalte zu Tage. Man assoziiert, ohne dass der Auslöser dafür in Verdacht gerät : ACH, DA FÄLLT MIR GRADE EIN... - GEH ICH LOS, UND KAUF ES EIN !

Und damit zurück zur Lobpreisung der Ware. Kann das werbende Personal, zumeist  Angestellte selbstständiger Dienstleistungsunternehmen heutzutage noch in so engem Verbunde mit dem Produkt stehen, wie es zu vergangenen Zeiten anders nicht sein konnte ? Und dem Vermögen, die Transparenz zu jedem Detail zu vermitteln, muss die rasante Aufeinanderfolge modifizierter Versionen, die Komplexität und Variantenvielfalt unvermeidbare Grenzen setzen. Selbst denen, die Erzeugnisse des Herstellers offerieren, dem sie Lohn und Brot verdanken. In Großunternehmen erfordern diverse Produktionszweige der Belegschaft jeweilige Kompetenzbereiche zuzuweisen. Jede Abteilung wird  intern veranschlagten Zielen zustreben, jedes Ressort den Grad der Erfolge an Bilanzen ersichtlich zu machen suchen, die es zunächst einmal gesondert für sich allein gezogen hat. Welchen Aussagewert die separaten Ergebnisse haben, in welcher "Maßeinheit" im Einzelnen zu rechnen war, und wer nun am Ende alle Summen kommensurabel macht, um zusammenzählen und eine ENDABRECHNUNG erstellen zu können, wird irgendwo in einem Büro sitzen und zufrieden und erleichtert sein, wenn er damit fertig ist. Ob er sich nun in der Lage sieht, den nüchternen Zahlenreihen Hinweise zu entlocken, wie es um die Firma bestellt ist, oder nicht - die Auswertung unterliegt dem Aufgabenbereich eines anderen - nicht seines Ressorts ! Und stünde der Betrieb kurz vor der Insolvenz, deuteten die Statistiken unmissverständlich darauf hin, die Gründe dafür würden sich ihm in ihrer Komplexität nicht erschließen, wie bereitwillig hierin auch Mutmaßungen des Buschfunks und Halbgares aus der Gerüchteküche ihre Hilfe antrügen. Irgendwann sind irgendwo die ersten Symptome übersehen, fehlgedeutet oder ignoriert worden, doch dem Verdacht eines Mitverschuldens ist leicht zu wehren, so flüchtig, so ungreifbar teilt er sich mit. "WIR ZOGEN ALLE AN EINEM STRICK - UND TATEN NACH VORN EINEN SATZ ! - ICH  HATTE  ZUM ZIEH´N DAS KÜRZESTE STÜCK - MIR GAB MAN ZU WENIG PLATZ ! Dass sich eine Teilverantwortung gar nicht mitteilen kann oder als abwegig gilt, liegt allerdings weniger einer perfekten Verdrängungstechnik zu Grunde, sondern vielmehr in der Natur der Sache :  Beschäftigte der Marketing-Abteilung oder des Merchandising, letzteren die Gestaltung und das  Transferieren des Markenimages obliegt,  - haben die Ware, die ihnen die kreierte "eigene Wertschöpfung" verdankt, nicht mit eigener Hand erzeugt, während an der Herstellung Beteiligte nur auf Abschnitten der "Fertigungsstraße" zu Gange waren und deren selektivem Einblick sich das Gesamtbild nicht zureichend erschließt.

Doch der Loyalität gegenüber firmeninternen Interessen dürfen solch sukzessive entstandene Umstände keinen Abbruch tun. Die gelockerten Bindungen zum Verkaufsobjekt werden mit dem eigenen Riemen, an den zu reißen man sich verpflichtet sieht, stets wieder festgezurrt. Den Glauben ans Erzeugnis muss man sich nötigenfalls wiederholt kategorisch vorbeten, um damit eventuell aufkommende Zweifel zu bannen, denn ist solchen erst zu trotzen, hat man seine Indifferenz im Handundrehen auf den Kunden übertragen. An das "Überzeugen wollen" hat sich dessen Skepsis mittlerweile gewöhnt und fühlt sich ihm durchaus gewachsen - erst vor der Meisterschaft im "Suggerieren können"- zu der man es in Selbstversuchen gebracht - sind auch die letzten Bedenken des Käufers bereit, sich zu ergeben.

Allerdings sind Verkäufer ja in der Regel nur Leute wie du und ich und selbst wenn sie uns glauben zu machen verstünden, dass sie die Schokolade, die sie anpreisen, jeder anderen Sorte vorzögen, den Mittelklassewagen, den sie empfehlen, selbst führen und gegen keine Luxuslimousine eintauschen würden, ja selbst wenn sie als Inhaber eines Optiker-Geschäfts unserem Eintritt lachenden Auges hinter Gläsern entgegensähen, deren Funktion sich einzig auf die Präsentation eines feilzubietenden Gestells beschränkte - wie unerheblich nähmen sich sämtlich ausgeklügelten Strategien, angewandte Taktiken - die Summe aller umsatzorientierten Maßnahmen gegen die verkaufsfördernde Wirkung aus, der man sich versichern dürfte, säße ein prominenter Rennfahrer hinterm Steuerrad des Wagens, wiese ein TOP- Model auf den hohen Kakaoanteil der Schokolade oder könnte ein Tini-Idol aus der Pop-Szene das Klischee von der Brillenschlange außer Kurs setzen. Im letzteren Fall würde man sich auch keineswegs der Kurzsichtigkeit bewusst, die Augenschwäche als zweckdienlichen Umstand zu begrüßen. Der Begriff BRILLE sollte sich allerdings von nun an nicht mehr mit dem Wort "Sehhilfe" umschreiben lassen. Dies führte hinsichtlich der Semantik zu Missverständnissen. Den Optikern war das damals letztlich vollkommen schnuppe, ob sie ihre Augengläser in "Kübelböck-Gestellen" als Accessoires an Teenager veräußern durften, als Intelligenzprothese an Klugscheißer, Spekulier-Eisen zum Erbsennachzählen oder doch nur als unverzichtbares Guckvehikel.

Also die Prominenten müssen es richten ! Man vertraut auf eine Art Vorbildwirkung, die von ihnen ausgeht. Der Verbraucher bequemt sich eher, den  Empfehlungen eines Showmasters zu folgen, als den penetranten Einflüsterungen namenloser Werbefuzzies zu erliegen. Die wollen und müssen ja nur ihr Zeugs loswerden. Der Medienstar dagegen wird es gut mit ihnen und wirklich ehrlich meinen ! Der weiß ja, dass er ihnen zukünftig keine Autogramme mehr schreiben darf, sollte man die garantierte Makellosigkeit nicht vorfinden. Vielleicht wird man sich verschwiegener Mängel ja dann auch gar nicht bewusst  oder aber sie fallen weniger ins Gewicht, weil ein berühmter Mensch sie in Kauf nimmt.

Wir alle müssen uns das Anrecht auf einen Platz in dieser Gesellschaft natürlich auch erst verdienen. Wir könnten nun hunderte Pflichten nennen, die dazu zu zählen sind. Die unumgänglichste unter ihnen ist eine nahezu allen übrigen zu Grunde liegende. Sie ermöglicht erst, die anderen sozusagen ins Leben zu rufen. - Wir haben gefälligst zu konsumieren !

Da Armut niemanden von dieser Pflichterfüllung freistellt, hat jeder jeden Euro und wäre es sein letzter, in den konjunkturbelebenden Umlauf zu stecken. Es lässt sich leichter ertragen, dass man ihn schweren Herzens hergab, erwirbt man damit  das extra-zarte Papier, das des umschwärmten Schmusesängers Muße-Zeit auf stillem Örtchen zu krönendem Abschluss verhalf. Den Nachweis dafür zu erbringen wird ihm erlassen - bedürfte dessen Gültigkeit doch einer Demonstration vor Ort. Wir nehmen ihm das viel lieber unbesehen ab, wir überprüfen ja auch genauso ungern, ob die verehrte Diva  bei der Empfehlung der "Allway´s-Ultra" nicht etwa geflunkert hat und  in der Regel vielleicht längst auf bewährte Alternativen zurückgreift.

Ob es Luxus- oder Gebrauchsartikel betrifft, unser Konsumverhalten ist steuerbar. Und nicht zuletzt durch uns selbst, auch ohne unser Eingeständnis. Es sind Faktoren und Einflüsse, welche die Plakat- oder TV-Werbung nur bedingt nehmen kann, indem sie darauf aufbaut: - Es ist die Obsession der wir erliegen, uns mit Gütern ausstatten und schmücken zu müssen, deren Erwerb nicht zwingender Notwendigkeit gehorchen muss, - wohl aber den Ansprüchen gerecht zu werden hat, welche wir uns selbst verordnet haben. Dass wir uns diese Ansprüche vom sozialen Umfeld haben aufbürden lassen, mag uns bewusst werden oder nicht.  - Es führt so oder so kein Weg in die Steinzeit zurück ! Wir leben im 21. Jahrhundert, in welchem sich demonstrierter Lebensgenuss als legitime Ausdrucksform für Herausgehobenheit begreift. Rechtschaffenheit, Anstand und andere obsolet werdende Ehrbegriffe mögen sich darin eingeschlossen finden, ihrer Einbindung bedarf es nicht mehr zwingend.

Wir sind inzwischen darauf konditioniert, einem Erzeugnis, namentlich dem Luxusartikel, nach dem Erwerb zweierlei Nutznießung abzugewinnen : Die erste, die unmittelbare, übt sich an der inneren Erlebens-und Genussfähigkeit, die irgendwann auf die ihr gesetzten Grenzen stößt, die zweite ist die, welche nachhaltiger zufriedenstellt, wenn sich das Produkt in der Präsentation nach außen hin als Statussymbol verdient machen kann. Dieses Symbol macht erkennbar, welchen Platz in der Gesellschaft wir anzustreben entschlossen, - einzunehmen berechtigt und zu behaupten, in der Lage sind.

Selbstverständlich ist Luxus nicht allein zum Repräsentieren geeignet. Man darf ihn auch genießen. Das gilt natürlich ebenso für Anschaffungen, die nicht als Prestigeobjekt herzuhalten brauchen - für die "kleineren Dinge" eben. Die Botschaft vom Lebensgenuss wird mit den Offerten, den Anpreisungen jeglicher Produkte frei Haus in die Wohnzimmer gesandt. Dass wir uns den Genuss  womöglich vorenthalten wollen oder müssen - jeden Gedanken daran zu zerstreuen, Sorge zu tragen, dass wir uns alles gönnen, was verfügbar ist - dafür zeichnen mehr und mehr prominente Personen des öffentlichen Lebens verantwortlich. Wer sich noch daran stößt, dass sie sich diese Missionierung entgelten lassen, wird feststellen, daß es kaum mehr weh tut, weil die ihm auf goldenen Löffeln verabreichte Philosophie längst in Fleisch und Blut sitzt. 

Und wer da trotzdem noch fragt, warum beispielsweise ein Formel 1 Pilot, der für mehrmaliges Umkurven des selben Parcours, Millionen kassiert, obwohl dieser Aufwand gar keine Werte schafft und sich trotzdem seine Werbeauftritte vergüten lässt, der muss sich sachlich-nüchterner Entgegenhaltung stellen : Dass nämlich der Reichtum eines reichen Landes so ungleich verteilt ist, liegt Faktoren zu Grunde, von denen sich ein Pistenprofi nicht berührt zu fühlen braucht. Geld hat nun einmal die Angewohnheit sich ganz wie von selbst zu vermehren, wenn sich erst einmal genügend davon auf einen Haufen versammeln konnte. Und dorthin gelangt war es, weil ein sich in derart spektakulärer Demonstration offenbarendes Talent des Zugeständnisses vergewissern durfte, eintausend mal wertvoller zu sein, als die Leistungen und Fähigkeiten biederer Mitbürger. Man ist sich durchaus bewusst, dass man diese Taxierung lediglich dem Zeitgeist verdankt, der seinen Wandel schon in sich birgt. Deshalb bleibt zwar - einer dezenten Scham entsprechend - ein Teil des Vermögens wohltätigen Zwecke zu opfern, welcher sich aber in - vorbeugender Maßnahme - durch Werbeeinnahmen wieder eingebracht sieht.

Dass einer Millionen besitzt und sich als Werbeträger noch ein paar dazu verdient - ein anderer von Hartz 4 leben und jeden Cent 3 Mal umdrehen muss, bevor er ihn auszugeben wagt - und beide in einem Land leben - hat nicht zwingend etwas miteinander zu tun - weder bedingt sich beides, noch schlösse eines, sollte es eine Änderung erfahren - das andere aus ! Das muss man wissen und sich vor Augen halten, immer wieder, Tag für Tag, damit man dieses zweifeln daran los wird !


Noch eine Anmerkung :

Ich ersetze hier die Namen dreier allbekannter Showgrößen durch: Müller, Meier, Schulze - wenngleich ich einige Zweifel trage, ob sie sich nicht dennoch wiedererkennen und fürchten, wiedererkannt zu werden. ("Meier" und "Schulze" müssten hierfür in ihren Erinnerungen kramen, - sie haben ihre Werbeverträge - jedenfalls für die erwähnten Produkte inzwischen gekündigt, der "Haribo-Mann" kommt gelegentlich noch zum Einsatz.) Ich hoffe nicht, dass sie sich auf Grund einer als enttarnbar erachteten Verschleierung veranlasst sehen, gegen mich Klage zu führen. Ich kenne mich in diesbezüglicher Rechtslage nicht aus. Worauf könnte die Klage lauten, so sie angestrengt würde ? Auf Diffamierung, Rufschädigung, üble Nachrede ? Man hätte an meinen Ausführungen eine Menge herumzudeuteln, um sie zum Stein des Anstoßes zurecht zu kneten. Sind sie doch nichts anderes, als die Wiedergabe dessen, was uns allen fortlaufend vors Auge gestellt wird. Und die Eindrücke, die sich uns aufgedrängt haben, ohne um Erlaubnis zu fragen, waren nicht ohne Überwindung  in Besitz zu nehmen - deshalb können wir wohl mit gutem Recht erwarten, sie behalten zu dürfen. Auch die Gedanken,  in denen sie sich niederschlagen - erkennen wir nun als die unsrigen an und versäumen guten Gewissens, ihren freien Lauf zu hemmen.

Aber nein, ich möchte MEINE Bekenntnisse und MEINE Verantwortung für diese gedanklichen Ein-und Ausfälle nicht ins WIR zerstreuen, vorerst allein für sie einstehen und mich lediglich der Hoffnung überlassen, sie in Kürze mit dem einen oder anderen Leser teilen zu dürfen.

Es sei an dieser Stelle  kundgetan, dass alle drei Medienstars durchaus meine Anerkennung verdienen. Dass sie dem Herren Meier in weniger hohem Maße zu Teil wird, als den Herren Müller und Schulze liegt darin begründet, dass ich der Prominenz eines Entertainers, an deren Zustandekommen das permanente Schmutzkübelauskippen über Mitmenschen ausschlaggebenden Anteil trägt, weit weniger Berechtigung zubilligen möchte, als solcher, die sich durch eigene Verdienste rechtfertigt.  Doch leider entspricht es längst der Spaßkultur unserer Medienlandschaft, dass Sarkasmen, Häme und Spott sich für "Humor im Zeitgeist" nehmen dürfen, wenn TV Halbgötter sich ihrer bedienen. Was da so alles ans Tageslicht gebracht und zu Zerrbildern verunstaltet wird, um die Schadenfreude zu bedienen, ringt leider nicht erfolglos um den Anspruch, witzig zu sein. Und was Erfolg hat, wird weiterbetrieben - "auf Lacher komm raus" Aus dem früheren  lachen machenden "Ulkig-sein" der Erhards und Frankenfelds ist das heutige "Lächerlich machen" entstanden. ENTSTANDEN ? Nein, ich glaube, es wurde ABGELÖST. Welchem Einfluss das Lachen auch unterliegt - es bleibt ureigenste Leidenschaft und elementares Bedürfnis. Darum stirbt es auch nie ! Auch nicht, wenn es mal ein Weilchen im Halse stecken bleiben muss. Humor ist, wenn man trotzdem lacht ! Doch zurück zum Thema. Also ich glaube dennoch, dass alle drei, - auch Herr Meier - die Erfolge auf ihrem Gebiet, ihrem eigentlichen Zuhause, in das man sie gottlob stets zurückkehren lässt, keineswegs dem Zufall, sondern unleugbaren Fähigkeiten verdanken- von denen das darstellerische Talent gesondert hervorsticht. Da kann es nicht Wunder nehmen, dass gewinnorientierte Unternehmen bereit sind, ihren Werbeetat aufzustocken, um sie zu engagieren. Es muss selbstverständlich vertraglich festgelegt werden, dass gut begüterte Prominente für ihre Aufwände eine Gage entgegenzunehmen haben. Womöglich würden sie es sonst unentgeltlich tun, darauf verweisend, dass ihnen die tägliche warme Mahlzeit deshalb nicht abhandenkäme. Freilich stünde diese noble Geste, so sie publik gemacht, dem Produkt gut zu Gesicht, ließe andererseits die Kulanz  des Herstellers in Frage stellen  und ihn in den Ruch schamloser Übervorteilung geraten, was zur  Image-und Prestigeeinbuße - und somit letzten Endes zu rückläufigem Warenabsatz führen könnte. Also zahlt man. Ohne Anstand ! Den behält man.

 

 

von Michael Roschke
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